Prior-Briefmarke vor dem Aus? Postregulierer stellt Nutzen infrage

<p>Prior-Briefmarke vor dem Aus? Postregulierer stellt Nutzen infrage</p>
Foto: belga

Der Briefverkehr ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. 2025 verschickten nur noch 22 Prozent der Befragten Briefe, gegenüber 41 Prozent im Jahr 2020. Lediglich 34 Prozent versenden mindestens einmal jährlich einen Prior-Brief.

Laut BIPT bietet eine Zustellung am nächsten Tag Privatkunden bei nicht dringenden Standardbriefen kaum einen Mehrwert. Die Prior-Zustellung könnte deshalb als kommerzielles Angebot erhalten bleiben, müsste von Bpost aber nicht mehr verpflichtend im Rahmen des regulierten Universaldienstes angeboten werden.

Ausnahmen seien bei Trauerpost und anderen emotional wichtigen Sendungen sinnvoll. Für gewöhnliche Briefe gilt eine Zustellung innerhalb von drei Tagen, wie bei der günstigeren Non-Prior-Briefmarke, laut Studie als optimal.

Großen Wert legen die Befragten weiterhin auf die Zustellung nach Hause. Gemeinschaftsbriefkästen werden klar abgelehnt. Auch die Rolle des Briefträgers wird geschätzt: 78 Prozent befürworten zusätzliche Dienstleistungen für sozial isolierte oder weniger mobile Menschen. Zudem empfiehlt die Studie, einen Sozialtarif für Trauerpost zu prüfen.

Für die Untersuchung befragte Ipsos insgesamt 3.228 Personen, darunter 1.949 Privatkunden.

Bpost sieht sich durch die Ergebnisse in seinem Wandel vom Brief- zum Paketunternehmen bestätigt. Die Menschen verschickten immer weniger Briefe und erhielten gleichzeitig mehr Pakete, erklärte Bpost-Sprecher Mathieu Goedefroy. Das Unternehmen investiere deshalb verstärkt in digitale Lösungen sowie alternative Zustellmöglichkeiten wie Paketautomaten. (belga/rt)

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