Entsprechend groß ist der Konkurrenzkampf. Nationaltrainer Mike Thibault sieht darin durchaus einen Vorteil für die Vorbereitung. „Acht oder neun Plätze sind sicher. Um die letzten Plätze wird gekämpft“, erklärte der US-Amerikaner am Donnerstag. „Das ist eines der besten Dinge an diesem Trainingslager: dass der Konkurrenzkampf so groß ist. Einige Spielerinnen sind dabei, die noch nie hier waren – oder zumindest nicht auf diesem Niveau.“
Für Marie Vervaet ist der Traum von der WM-Teilnahme dagegen bereits geplatzt. Sie zog sich Anfang der Woche eine Beinverletzung zu und fällt definitiv aus. „Out and done“, stellte Thibault unmissverständlich klar.
Erste Entscheidung fällt nach Italien-Spielen
Weitere Entscheidungen lassen nicht lange auf sich warten. An diesem Wochenende bestreiten die Belgian Cats in Kortrijk zwei Testspiele gegen Italien. Anschließend wird eine weitere Spielerin aus dem Aufgebot gestrichen.
„Wir werden nächste Woche 14 Spielerinnen mit ins Trainingslager nach Spanien nehmen“, erklärte Thibault. Erst in der letzten Woche vor der Abreise nach Berlin sollen dann die finalen Entscheidungen fallen und das Aufgebot auf zwölf Spielerinnen reduziert werden.

Eine zusätzliche Herausforderung: Drei wichtige Spielerinnen können erst spät zur Nationalmannschaft stoßen. Julie Allemand von Toronto, Kyara Linskens von Phoenix und Antonia Delaere von Minnesota stehen derzeit noch in der nordamerikanischen WNBA unter Vertrag und werden erst Ende August erwartet.
Für Kapitänin Emma Meesseman ist die Situation alles andere als optimal. „Zum Glück wissen wir sicher, dass sie kommen. Bei anderen Mannschaften ist es genauso. Wir werden das nicht als Ausrede benutzen“, sagte die 33-Jährige.
Auch Thibault verweist darauf, dass Belgien mit diesem Problem nicht allein dasteht. „Auch die USA werden nicht mit der gesamten Mannschaft trainieren können. Bei Frankreich ist es ebenfalls so“, sagte der Nationaltrainer. Für kommende Weltmeisterschaften könnte sich das Terminproblem ohnehin erledigen: „Soweit ich weiß, soll die WM künftig in den November verlegt werden, wenn die WNBA-Saison vorbei ist. Dann sind wir dieses Problem los.“
Meesseman entscheidet sich voll für die Cats

Meesseman selbst hat sich in diesem Sommer bewusst für die komplette Vorbereitung mit den Belgian Cats entschieden und verzichtet auf die WNBA. Damit zieht sie auch Konsequenzen aus ihren Erfahrungen von 2022.
Damals kam die Belgierin nach einer äußerst kräftezehrenden Saison ohne ausreichende Erholung zur WM in Sydney und verletzte sich während des Turniers. Diesmal wollte sie es anders machen.
„Es kommt nicht oft vor, dass ich eine komplette Vorbereitung mit den Cats absolviere. Jetzt fühle ich mich gut“, sagte Meesseman. Auch die Trainingssteuerung komme ihr entgegen. Pro Tag steht lediglich eine Einheit auf dem Programm – die hat es allerdings in sich. „Die Art und Weise, wie wir dieses Trainingslager angehen, bietet trotzdem genügend Zeit zur Erholung. Das ist gut.“ (belga/calü)

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