Nach 33 Jahren: Belgisches Radsportteam Team Flanders-Baloise stellt Betrieb ein

<p>Jules Hesters (rechts) im Trikot von Team Flanders-Baloise bei den belgischen Meisterschaften Ende Juni: Nach 33 Jahren verschwindet die Mannschaft Ende 2026 aus dem Profi-Radsport.</p>
Jules Hesters (rechts) im Trikot von Team Flanders-Baloise bei den belgischen Meisterschaften Ende Juni: Nach 33 Jahren verschwindet die Mannschaft Ende 2026 aus dem Profi-Radsport. | Foto: belga

Damit endet nach 33 Jahren ein Projekt, das für zahlreiche flämische Radprofis zum Sprungbrett auf die große Bühne wurde. Insgesamt trugen 218 Fahrer das Trikot der Mannschaft, 87 von ihnen schafften anschließend den Sprung zu einem WorldTour-Team.

Die Liste prominenter ehemaliger Fahrer ist lang. Unter anderem standen Thomas De Gendt, Stijn Devolder, Sep Vanmarcke, Iljo Keisse, Jan Bakelants und der heutige belgische Nationaltrainer Serge Pauwels für die Mannschaft im Einsatz. In jüngerer Vergangenheit durchliefen unter anderem Yves Lampaert, Oliver Naesen, Edward Theuns, Milan Fretin und der amtierende belgische Meister Rune Herregodts das Team.

Finanzierung wird immer schwieriger

Trotz intensiver Bemühungen sei es nicht gelungen, ausreichend finanzielle Mittel für die kommenden Jahre zusammenzubringen, teilte die Mannschaft am Dienstag mit. Eine nachhaltige Fortsetzung auf dem bisherigen Qualitätsniveau sei deshalb nicht möglich.

Teammanager Christophe Sercu sieht darin auch ein grundsätzliches Problem des Profi-Radsports. „Das Verschwinden unseres Teams zeigt, wie schwierig es inzwischen geworden ist, ein ProTeam nachhaltig zu finanzieren“, erklärte er. Während die Budgets der WorldTour-Mannschaften in den vergangenen Jahren stark gestiegen seien, werde es für Teams aus der zweiten professionellen Ebene zunehmend schwieriger, finanziell zu bestehen.

Dabei brauche der Radsport nicht nur starke WorldTour-Mannschaften, sondern ebenso eine solide zweite Ebene mit ausreichend ProTeams, betonte Sercu.

Sportlich verabschiedet sich Flanders-Baloise keineswegs sang- und klanglos. In der laufenden Saison gelangen bereits sechs Siege. Fünf davon gehen auf das Konto von Tom Crabbe, der unter anderem bei der Türkei-Rundfahrt zwei Etappen und die Gesamtwertung gewann.

Bis zum letzten Rennen soll sich an der Arbeitsweise des Teams nichts ändern. „Wir haben noch einige Monate vor uns und werden bis zum allerletzten Rennen mit derselben Leidenschaft, Entschlossenheit und Professionalität arbeiten wie in den vergangenen 33 Jahren“, kündigte Sercu an.

Das Ziel sei, das Projekt „auf würdige und stilvolle Weise“ zu beenden. Für den Teammanager bleibt trotz des bevorstehenden Aus ein Vermächtnis: „Die Mannschaft hört auf, eine Geschichte bleibt.“ (belga/calü)

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