Brussels Airlines tief in den roten Zahlen: Langstrecken-Ausbau gestoppt

<p>Streiks und hohe Spritkosten belasten Brussels Airlines.</p>
Streiks und hohe Spritkosten belasten Brussels Airlines. | Foto: belga

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verschlechterte sich gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 50 Prozent. Als Hauptgrund nennt Brussels Airlines mehrere externe Belastungen. Allein die gestiegenen Treibstoffpreise verursachten zusätzliche Kosten von 64 Millionen Euro. Hinzu kamen die Ebola-Epidemie in Ostafrika, die die Nachfrage nach Flügen in die Region belastete, sowie mehrere Streiks in Belgien. Die Arbeitsniederlegungen schlugen nach Angaben des Unternehmens mit rund drei Millionen Euro zu Buche.

Dabei entwickelte sich das eigentliche Fluggeschäft durchaus positiv. In den ersten sechs Monaten des Jahres beförderte Brussels Airlines 4,5 Millionen Passagiere – 8,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Flüge stieg um 5,5 Prozent auf 34.200. Gleichzeitig erhöhte sich die Auslastung auf 80,9 Prozent. Der Umsatz legte um neun Prozent auf 821 Millionen Euro zu.

Auch operativ sieht die Lufthansa-Tochter Fortschritte. Unter anderem seien die Kosten infolge von Unregelmäßigkeiten pro Passagier um 16 Prozent gesunken. Im ersten Halbjahr nahm Brussels Airlines zudem eine neue Verbindung zum Kilimandscharo in Tansania auf.

Umso wichtiger wird nun das Sommergeschäft. „Eine erfolgreiche Sommersaison wird entscheidender denn je sein, um im Gesamtjahr ein positives Ergebnis zu erzielen“, erklärte Finanzchefin Nina Öwerdieck.

Die schwächere Profitabilität hat inzwischen Auswirkungen auf die Wachstumspläne. In Abstimmung mit der Lufthansa Group wird Brussels Airlines 2027 entgegen früheren Ankündigungen keine zwei zusätzlichen Airbus A330 in die Flotte aufnehmen. Damit bleibt es vorerst bei elf Langstreckenmaschinen. Als Gründe nennt die Airline neben der hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Rentabilität auch die wiederholten Streiks in Belgien und die geopolitische Lage.

Auch die derzeit in Brüssel stationierten vier Maschinen von airBaltic werden im Sommer 2027 nicht zurückkehren. An der geplanten Modernisierung der Kabinen in der Langstreckenflotte hält Brussels Airlines dagegen fest. Dafür sind Investitionen in Millionenhöhe vorgesehen. (belga/calü)

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