Trainer David Hubert weiß, was auf seine Mannschaft zukommt. Bodö/Glimt hat sich längst vom Außenseiter zu einer festen Größe auf der europäischen Bühne entwickelt. „Alle Zutaten sind vorhanden, um voll anzugreifen“, sagte Hubert am Montagabend auf der Pressekonferenz. Der Gegner sei „eine konstante Mannschaft mit einer klaren Philosophie“. Seit Jahren gehöre Bodö/Glimt zur norwegischen Spitze und habe sich gleichzeitig international etabliert. „Das wird eine schöne Herausforderung gegen eine starke Mannschaft.“
Wie gefährlich die Norweger sind, haben sie in der vergangenen Saison eindrucksvoll gezeigt. In der Champions League sorgte das Team von Trainer Kjetil Knutsen mit Siegen gegen Manchester City und bei Atlético Madrid für Aufsehen. Später schaltete Bodö/Glimt sogar Inter Mailand aus, ehe im Achtelfinale gegen Sporting Lissabon Endstation war.
Ganz unbekannt sind sich beide Vereine ohnehin nicht. Bereits im Oktober 2024 standen sie sich in der damaligen Ligaphase der Europa League gegenüber. Im König-Baudouin-Stadion trennten sich Union und Bodö/Glimt damals torlos.
Die Ausgangslage hat sich seither verändert. Union geht mit dem Rückenwind des Supercup-Erfolgs gegen Club Brügge in das Duell. Kapitän Kevin Mac Allister will diesem Triumph allerdings nicht zu viel Bedeutung beimessen. „Das nächste Spiel ist immer das wichtigste. Natürlich ist es schön, eine Trophäe zu gewinnen, aber ansonsten bleibt alles gleich“, sagte der Argentinier beim Pressetermin. Gegen Bodö/Glimt müsse Union „bei 100 Prozent“ sein.
Einen Unterschied gibt es bei der Vorbereitung: Während die belgische Meisterschaft noch nicht begonnen hat, steckt Bodö/Glimt bereits mitten im norwegischen Ligabetrieb. Mac Allister sieht darin nicht zwingend einen Nachteil für Union. „Sie sind im Rhythmus, aber vielleicht sind wir frischer.“ Ohnehin werde am Dienstag noch keine Entscheidung fallen. „Trotzdem werden wir versuchen, den Unterschied zu machen.“
Zwischen den Pfosten dürfte dabei Vic Chambaere stehen. Neuzugang Hervé Koffi wurde nicht rechtzeitig für die Europapokalspiele gemeldet und fehlt deshalb sowohl im Hin- als auch im Rückspiel. Chambaere hatte zuletzt beim Supercup auf sich aufmerksam gemacht und im Elfmeterschießen gegen Club Brügge einen Strafstoß pariert. „Als Ersatztorwart hat er immer eine positive Einstellung gezeigt und bewiesen, dass er spielen kann“, stärkte Hubert seinem Schlussmann den Rücken.
Auch Bodö/Glimt will sich in Ostende keineswegs verstecken. „Wir haben unseren eigenen Stil“, kündigte Trainer Knutsen an. Seine Mannschaft wolle die Partie kontrollieren und ihrem offensiven Ansatz treu bleiben: „Wir spielen immer offensiv, zu Hause wie auswärts. Wir werden also nicht 90 Minuten lang verteidigen.“
Dass die Partie überhaupt in Ostende stattfindet, liegt an Unions Stadionproblematik. Das Stade Joseph Marien in Brüssel entspricht nicht den UEFA-Anforderungen, weshalb die Brüsseler ihre Heimspiele in den Qualifikationsrunden im Batimont Solar Park, im Volksmund auch als Albertparkstadion bezeichnet, austragen.
Das Rückspiel findet am Dienstagabend, 11. August (18 Uhr), in Norwegen statt. Der Sieger zieht in die Play-offs ein und trifft dort auf Olympiakos Piräus oder NEC Nijmegen. Der Verlierer muss seinen europäischen Traum ebenfalls nicht begraben: Ihm ist zumindest ein Platz in der Ligaphase der Europa League sicher. (calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren