„Meer“wert geht preislich buchstäblich durch die Decke

<p>Für Meerblick werden in der Zwischenzeit horrende Zuschläge aufgerufen, vor allem da dieser Bonus aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit zu einem seltenen Gut aufgestiegen ist.</p>
Für Meerblick werden in der Zwischenzeit horrende Zuschläge aufgerufen, vor allem da dieser Bonus aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit zu einem seltenen Gut aufgestiegen ist.

Es bleibt ein seltenes Gut an der belgischen Küste - und so geht der Zuschlag für „vue mer“ buchstäblich durch die Decke. Frontaler Meerblick hat mehr denn je einen (unverschämt hohen) Preis. Mit anderen Worten: Wer vom eigenen Balkon die Aussicht aufs Wasser genießen möchte, muss tief in die Tasche greifen.

In der Zwischenzeit - so die Zahlen der „Fédération du Notariat Belge“ - wird für ein Appartement mit zwei Zimmern und Meerblick 470.000 € veranschlagt. Im Schnitt, wohlgemerkt! Letztlich ein Aufpreis von 131.000 € zu Angeboten ohne diesen optischen Luxus.

Zugleich ein Plus von 28 Prozent gegenüber einer „Küsten“wohnung ohne Meerblick. Und das sind bei weitem die meisten…

Zum Vergleich: In 2019, also vor Pandemie und Lockdown, belief sich dieser „Meer“wert lediglich auf 46.000 €, erfuhr seither also eine knappe Verdreifachung. Ebenfalls „nur“ im Schnitt, denn mancherorts werden deutlich höhere Beträge für den unverstellten Blick auf die Nordsee eingepreist.

Es dürfte kein Geheimnis sein, dass Knokke-Heist auch hier klar die Nase vorn hat - mit zuzüglich 391.000 € für Meerblick. In der Summe ein Plus, das in den meisten übrigen Küstengemeinden allein schon den Kauf eines „regulären“ Appartements übersteigt.

Ein Problem bleibt weiterhin der sehr überschaubare Anteil an neuer Bausubstanz - gerade in vorderer Linie. So betrafen etwa in Knokke 92 Prozent der letztjährigen Transaktionen Bestandswohnraum, mancher mit reichlich Jahren „auf dem Buckel“. Insgesamt standen im Vorjahr in allen Gemeinden lediglich 12 Prozent Neuware zum Verkauf.

Jedenfalls hinkt die Bautätigkeit, die im Nachgang zu Pandemie, Energiekrise, Materialverknappung, Inflationsangst und Zinshausse eingebrochen war, der Nachfrage weiter stark hinterher. Nicht zuletzt beklagen Bauherren/Promotoren auch in Westflandern die (zu) langen bürokratischen Fristen für Baugenehmigungen.

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