Eine Sehnsucht, die ungebrochen ist. Ungeachtet des überbordenden Ferienangebots „in der Ferne“. Und ebenso ungeachtet des Preisgefüges zwischen französischer und niederländischer Grenze. Wobei die Preise in den zehn Gemeinden weiter stark variieren können. Wenngleich mit einer Konstanten - der Preis für eine Residenz „at the sea“ bleibt stabil hoch.
Grundsätzlich liegt (Stand 1. Mai) der Quadratmeterpreis in den dreizehn Badeorten zwischen De Panne im Süden und Knokke-Heist im Norden traditionell deutlich über dem Landesdurchschnitt, konkret: 4245 € an der Küste gegenüber 3130 € belgienweit. Oder ein Plus von 36 Prozent. Und selbst im Vergleich zur eigenen Provinz werden in den zehn Küstengemeinden merklich höhere Preise aufgerufen… und gezahlt, nämlich: besagte 4245 € gegenüber 3816 € im übrigen Westflandern (plus 11 Prozent).
Kurzum: Der seit jeher hochpreisige Immobilienmarkt an Belgiens Küste findet nach wie vor zahlungskräftige Interessenten - und hat sich nach dem inflations- und zinsbedingten Rückgang in den Jahren 2023 und 2024 spürbar schneller erholt als der Rest des Landes. Mit einer Preissteigerung während der vergangenen zwölf Monate von 3,4 Prozent gegenüber 2,7 Prozent im Land. Ein Prozess, der jedoch seit Beginn des Jahres vor allem aufgrund rückläufiger Transaktionen wieder (leicht) ins Stocken geraten ist. Und - welche Überraschung - sogar dem landesweiten Preisschnitt hinterher hinkt.
Weiterhin starkes Nord/Süd-Gefälle
Nur… Die Ursache ist laut Experten nicht grundlegender Art, sondern liegt offenkundig in der zwischendurch selbst verordneten Zurückhaltung potenzieller Käufer. Im Gegensatz zum mitunter zeitlich zwingenden Erwerb eines Erstwohnsitzes kann der Interessent einer „résidence secondaire“ auf Zeit spielen. Gerade wenn die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weniger vorteilhaft sind als gewünscht. Mit Blick auf die immer wieder aufflammenden kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost durchaus nachvollziehbar.
Übrigens… Auch weiterhin gibt es ein konsolidiertes Nord/Süd-Gefälle. Mit 6612 €/Quadratmeter für ein Appartement in der nördlichsten Gemeinde bis zu 957 €/Quadratmeter in… Ostende. Zweifellos eine (kleine) Überraschung, da um circa das Siebenfache günstiger.
Zu den Aufsteigern innerhalb des letzten Jahres zählt Nieuwpoort, immerhin auf Rang zwei vorgerückt mit 5236 €/Quadratmeter und einer Preissteigerung von 10,2 Prozent. Gefolgt von Middelkerke mit einem Zuwachs von 6,5 Prozent und dem insgesamt beachtlichsten Mehrwert von 41,4 Prozent in den letzten zehn Jahren.
Grundsätzlich bleibt auch fünf Jahre nach Pandemie und Lockdown die unverrückbare Erkenntnis, dass der Markt an der Küste nicht beliebig ausbaufähig ist. Was den Anbietern unweigerlich in die Hände spielt.

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