[Media and Me] Vier Jahre Biathlon-Leistungszentrum Elsenborn: Das hat sich getan

<p>[Media and Me] Vier Jahre Biathlon-Leistungszentrum Elsenborn: Das hat sich getan</p>
Foto: GrenzEcho-Archiv

Kaum jemand hat die Entwicklung des belgischen Biathlonsports so direkt miterlebt wie Nachwuchstrainer Pascal Langer. Der 48-Jährige war selbst bis 2013 als Biathlet aktiv und bereitet heute im Leistungszentrum in Elsenborn den belgischen Biathlon-Nachwuchs auf nationale und internationale Wettkämpfe vor.

Während er seinen Schützlingen heutzutage auf der hochmodernen Anlage mit großem Schießstand und einer rund einen Kilometer langen, asphaltierten Skirollerbahn hervorragende Trainingsbedingungen bieten kann, sah die Lage während Langers eigener aktiver Biathlonkarriere noch ganz anders aus: „Richtiges Biathlontraining war für uns in Belgien bis 2011 eigentlich überhaupt nicht möglich“, berichtet er.

Neben Schnee fehlt ihm und seinen Kollegen damals insbesondere ein Schießstand. So müssen sie immer wieder weite Wege ins Ausland zurücklegen, um ihr Trainingsprogramm absolvieren zu können. Dass in Belgien selbst einmal Biathlontraining auf professionellem Level möglich sein würde, scheint für ihn damals noch undenkbar.

Entsprechend begeistert blickt Langer heute auf die Eröffnung des Leistungszentrums in Elsenborn im Sommer 2022 zurück: „Das war in meinen Augen der wichtigste Meilenstein, den es in der belgischen Biathlon-Geschichte bislang gegeben hat. Das hat unsere Trainingsbedingungen noch einmal auf ein ganz anderes Level gehoben.“

Mittlerweile sieht Langer auch die ersten Erfolge des Leistungszentrums, gerade was die Förderung der Biathleten in der Breite angeht. So konnten die belgischen Biathleten in der abgelaufenen Saison erstmals sowohl bei den Damen als auch bei den Herren vier Sportler im Weltcup an den Start schicken. Zudem gingen die „Luchse“, wie das belgische Biathlon-Team seit 2024 heißt, bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen in Antholz erstmals in allen drei Staffelwettbewerben (Damen, Herren und Mixed) ins Rennen.

Ähnlich sieht die Situation auch eine Ebene darunter im zweitklassigen IBU-Cup und in den Nachwuchswettbewerben beim belgischen Team aus, wie Langer verrät: „Wir müssen dort inzwischen oft sogar interne Qualifikationsrennen durchführen. Früher waren wir im Vergleich dazu teils schon froh gewesen, wenn wir die verfügbaren Startplätze dort überhaupt einigermaßen füllen konnten.“

Mittlerweile sind ihm zufolge in Belgien insgesamt rund 60 Nachwuchsbiathleten aktiv – so viele wie nie zuvor in der Biathlongeschichte des Landes. Rund die Hälfte von ihnen trainiert regelmäßig im Leistungszentrum in Elsenborn.

In knapp drei Wochen können sich Biathlon-Fans dort selbst ein Bild von der Entwicklung des Biathlonsports machen. Dann finden am 15. und 16. August die offenen belgischen Biathlonmeisterschaften in Elsenborn statt. Für die Wettkämpfe rechnet Langer mit rund 100 Teilnehmern. Unter ihnen ist unter anderem der gesamte belgische Weltcup-Kader mit Thierry Langer, Lotte Lie, Maya Cloetens und vielen mehr, sowie Biathleten aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Der Eintritt für die Wettbewerbe ist für Besucher kostenlos.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Projektes „Media and Me“. Während drei Tagen erhalten Teilnehmer ab 16 Jahren unter anderem Einblicke in die Abläufe der GrenzEcho-Redaktion und erstellen journalistische Texte zu aktuellen gesellschaftlichen Themen.

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