Jüdische Stiftung verklagt SNCB und belgischen Staat wegen Deportationen nach Auschwitz

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Zwischen 1942 und 1944 verließen 28 Deportationszüge die Kaserne Dossin in Mechelen in Richtung des Vernichtungslagers Auschwitz (Bild). | Foto: belga

Im Mittelpunkt der Klage stehen die 28 Deportationszüge, die zwischen August 1942 und Juli 1944 die Kaserne Dossin in Mechelen verließen. Die Transporte führten nahezu ausnahmslos in das deutsche Vernichtungslager Auschwitz im besetzten Polen.

An Bord befanden sich überwiegend jüdische Männer, Frauen und Kinder – insgesamt rund 25.000 Menschen – sowie mehrere Hundert Roma und Sinti. Nur etwas mehr als 1.000 Deportierte überlebten den Krieg.

Historische Untersuchungen des Historikers Nico Wouters hatten bereits ergeben, dass die SNCB damals für ihre Zusammenarbeit mit der deutschen Besatzungsmacht bezahlt wurde. Da der belgische Staat Anteilseigner der Bahngesellschaft ist, richtet sich die Klage auch gegen ihn.

Nach Angaben der Stiftung hatte es bereits Gespräche mit der SNCB und der Föderalregierung gegeben. Diese hätten bislang jedoch zu keiner Einigung geführt. Sollte sich der Staat gemeinsam mit der Bahngesellschaft erneut zu Verhandlungen über eine Entschädigung bereit erklären, könnte das Gerichtsverfahren ausgesetzt werden. (belga/calü)

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