Nur wenige Kranke kehren schrittweise in den Beruf zurück

<p>Der schrittweise Wiedereinstieg nach einer Krankheit soll Betroffenen die Rückkehr ins Berufsleben erleichtern. Laut neuen Zahlen nutzt jedoch nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Arbeitsunfähigen dieses Angebot.</p>
Der schrittweise Wiedereinstieg nach einer Krankheit soll Betroffenen die Rückkehr ins Berufsleben erleichtern. Laut neuen Zahlen nutzt jedoch nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Arbeitsunfähigen dieses Angebot. | Foto: picture alliance/dpa

Das Modell soll Beschäftigten nach einer Krankheit die Rückkehr in den Beruf erleichtern. Statt sofort wieder voll einzusteigen, arbeiten Betroffene zunächst in Teilzeit oder übernehmen vorübergehend angepasste Aufgaben. So sollen sie sich schrittweise wieder an den Arbeitsalltag gewöhnen und langfristige Arbeitsausfälle vermeiden.

Die Zahlen zeigen jedoch nur geringe Fortschritte. Im Jahr 2024 nutzten lediglich 9,49 Prozent der Arbeitnehmer, die weniger als ein Jahr arbeitsunfähig waren, diese Möglichkeit. Das sei nur rund ein Prozentpunkt mehr als 2022, kritisiert Lanjri.

Auch bei Langzeitkranken fällt die Bilanz bescheiden aus. Von den Personen, die seit mehr als einem Jahr arbeitsunfähig sind, nahmen 20,3 Prozent im vergangenen Jahr an einer schrittweisen Wiedereingliederung teil. Gegenüber 2022 entspricht das einem Anstieg von lediglich zwei Prozentpunkten.

Für Lanjri entwickelt sich das System viel zu langsam. „Wir verpassen hier riesige Chancen. Vor allem für die arbeitsunfähigen Menschen selbst, denn sie ohne jede Perspektive in einer Krankengeldregelung zu belassen, ist besonders schädlich“, erklärt die CD&V-Politikerin.

Gleichzeitig verweist sie auf den anhaltenden Fachkräftemangel und die angespannte Haushaltslage. „Gerade in Zeiten des Arbeitskräftemangels und knapper öffentlicher Finanzen haben wir ein großes Interesse daran, mehr Menschen beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu begleiten“, so Lanjri.

Die CD&V will das Thema deshalb in die anstehenden Verhandlungen über den föderalen Haushalt einbringen. „Wenn wir eine Beschäftigungsquote von 80 Prozent erreichen würden, wäre unser Haushaltsproblem gelöst. Wer krank ist, ist krank. Aber wir dürfen nicht akzeptieren, dass Menschen zu Unrecht dauerhaft von Sozialleistungen abhängig bleiben. Ebenso wenig dürfen wir Menschen mit Arbeitsmarktpotenzial einfach aufgeben“, betont Lanjri. (belga/calü)

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