Von Fußballvereinen über Supermarktketten bis hin zu Youtube-Stars, die sogenannten auf WhatsApp verfügbaren Kanäle lassen einen öffentliche Beiträge verschiedenster Menschen, Institutionen und Konzerne ansehen.
Ein WhatsApp-Kanal ist wie ein Chat der App aufgebaut, jedoch können nur Besitzer der einzelnen Kanäle Textnachrichten, Bilder und Videos als Beiträge teilen. Auf diese Beiträge können Zuschauer einzig anhand von Emojis reagieren. Seit gut anderthalb Jahren sind ebendiese Chats, wie zum Beispiel der der Tagesschau, öffentlich für alle Nutzer der App sichtbar.
Doch nicht nur Kaufland oder der FC Barcelona bieten der Öffentlichkeit ihre Kanäle an, sondern auch Politiker der rechtskonservativen Szene, über Kriege und Gewalt berichtende Menschen oder Bewerber von Sextoys. Diese Kanäle sind in den allermeisten Fällen öffentlich. Dadurch ist es selbst Kindern, die den Messenger nutzen, ermöglicht, sich diese Beiträge anzusehen.
Wenn dementsprechend Kinder, die mit 13 Jahren oder früher aus Kommunikationszwecken Zugang zu der App erhalten und jene Kanäle entdecken, ist eine Konsequenz schlimmer als die andere. Sollten Kinder und Jugendliche früh in Kontakt mit radikalen politischen Äußerungen kommen, besteht die Gefahr, dass sie sich dem anpassen, was sie sehen, ohne gewisse Aussagen zu hinterfragen.
Auch Ängste und Unsicherheit im Bezug auf weltweite Krisen, Konflikte und Katastrophen können zu einem ständigen Angstzustand führen. Verstörung durch Inhalte, die sehr explizit von sexuellen Themen oder gar sexuellem Missbrauch berichten, kann ebenfalls eine Folge sein.
Was viele jedoch auch nicht wissen: Es besteht die Möglichkeit, einen eigenen Chat-Kanal zu erstellen. Dieser kann privat oder öffentlich sichtbar sein. Vor allem für Kinder und Jugendliche, die auf WhatsApp aktiv sind, ist dieser Weg der Selbstmitteilung besonders attraktiv. Die Chance, sich selbst als Influencer darzustellen, scheint verlockend. Täglich werden Bilder, Videos oder Erzählungen von Hobbys, Haustieren und Selfies auf öffentlichen Kanälen geteilt. Dies oft vor Tausenden Followern. Doch Letztere reagieren innerhalb der Emoji-Sparte oft nicht nur mit Herzen, sondern auch mit Mittelfinger-Bildchen oder sich übergebenden Gesichtern.
Neben diesen zahlreichen verletzenden Reaktionen ist auch die Menge der Beiträge innerhalb der Kanäle der Jugendlichen beachtlich. Mehrmals am Tag berichtet somit eine 13-Jährige von der Schule, ihren Hobbys und ihren Freunden. Dabei werden häufig der Name der Schule, die eigene E-Mail-Adresse und der Name des Vereins erwähnt, was Wildfremden ermöglicht, die WhatsApp-Influencerin in Echtzeit aufzuspüren.
Somit ist aus einem verbindenden Kommunikationsmittel eine Plattform geworden, auf der selbst Kinder oft ohne Wissen der Eltern zu Influencern werden und enormen psychischen Belastungen unterliegen.
Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Projektes „Media and Me“. Während drei Tagen erhalten Teilnehmer ab 16 Jahren unter anderem Einblicke in die Abläufe der GrenzEcho-Redaktion und erstellen journalistische Texte zu aktuellen gesellschaftlichen Themen.
![<p>[Media and Me] Was WhatsApp-Kanäle so gefährlich macht</p>](https://grzeng.rosselcdn.net/sites/default/files/dpistyles_v2/ena_16_9_extra_big/2026/07/27/node_143990/15203939/public/2026/07/27/B9738638181Z.1_20260727163503_000%2BG6USQCH1Q.1-0.jpg?itok=JTuDrhIO1785162910)
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