Der langsame Aufbau der Reserven ist vorrangig auf die zuletzt gestiegenen Gaspreise zurückzuführen. Diese waren infolge der Spannungen und Kämpfe im Nahen Osten erneut deutlich gestiegen. Viele Gaslieferanten gehen deshalb beim Einkauf derzeit vorsichtiger vor.
Bereits Anfang Juli hatte Fluxys mitgeteilt, dass nach einer vorübergehenden Entspannung zwischen den USA und dem Iran wieder Erdgas eingespeichert werde. Damals waren die Marktpreise etwas gesunken. Nachdem die Kämpfe vor rund zwei Wochen jedoch erneut aufgeflammt waren, verschlechterten sich die Aussichten auf eine diplomatische Lösung – und die Preise zogen wieder an.
Trotzdem werde die belgische Reserve weiterhin regelmäßig befüllt, erklärte ein Sprecher von Fluxys am Freitag. Der Füllstand habe inzwischen fast 31 Prozent erreicht.
Der belgische Gasspeicher befindet sich in Loenhout in der Provinz Antwerpen und verfügt über eine unterirdische Speicherkapazität von 7,6 Terawattstunden. Das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 450.000 Haushalten. Im Vergleich dazu können die Niederlande rund 145 Terawattstunden speichern, Frankreich und Deutschland verfügen über noch größere Kapazitäten.
Allerdings ist Belgien weniger stark auf große Speicher angewiesen als andere Länder. Das Land ist über direkte Gasleitungen mit dem Vereinigten Königreich und Norwegen verbunden und verfügt zudem über ein Terminal für Flüssigerdgas (LNG) in Zeebrügge.
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben bis zum 1. Dezember Zeit, ihre Gasspeicher für den Winter zu füllen. Normalerweise gilt ein Mindestziel von 90 Prozent. Wegen der Unsicherheiten auf dem Energiemarkt infolge des Konflikts mit dem Iran hat die Europäische Kommission die Vorgabe für dieses Jahr jedoch auf 80 Prozent gesenkt. (belga/calü)

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