Mit der Entscheidung endet ein Prüfverfahren, das vor zwei Jahren nach der Ankündigung der Kooperation eingeleitet worden war. Ziel der Vereinbarung ist es, den Glasfaserausbau in den flämischen Stadtrandgebieten schneller voranzutreiben. Während Proximus und Telenet dort ihre Arbeiten koordinieren, sollen beide Unternehmen den Ausbau in den größeren Städten Flanderns weiterhin unabhängig voneinander fortsetzen.
Die Wettbewerbsbehörde betonte, dass leistungsfähige Glasfasernetze für die Wettbewerbsfähigkeit und die wirtschaftliche Entwicklung Belgiens von entscheidender Bedeutung seien. Gleichzeitig hatte sie jedoch Bedenken geäußert, dass die Zusammenarbeit den Wettbewerb einschränken könnte.
Um diese Bedenken auszuräumen, verpflichteten sich Proximus, Fiberklaar, Telenet und Wyre zu mehreren Zugeständnissen. So soll das Glasfasernetz in den betroffenen Gebieten auf mehr als zwei Millionen Wohn- und Geschäftseinheiten ausgedehnt werden. Rund 75 Prozent dieser erweiterten Abdeckung sollen bis Ende Juni 2029 erreicht sein. Zudem müssen die Unternehmen Wettbewerbern einen fairen, angemessenen und diskriminierungsfreien Zugang zu ihren Netzen gewähren.
Nach einer öffentlichen Konsultation Ende 2025 wurden die Auflagen nochmals verschärft. Sie sehen unter anderem eine größere Netzabdeckung, verbesserte Zugangsbedingungen und zusätzliche Garantien für die Umsetzung des Projekts vor. Darüber hinaus hat sich Wyre verpflichtet, sein Kabelnetz ab 2026 zu modernisieren, um in ganz Flandern eine flächendeckende Multi-Gigabit-Versorgung zu ermöglichen.
Vor diesem Hintergrund kam die Wettbewerbsbehörde zu dem Schluss, dass ihre wettbewerbsrechtlichen Bedenken ausreichend berücksichtigt wurden, und gab grünes Licht für die Kooperation.
Der Generalauditor der Behörde, Damien Gérard, sprach von einem wichtigen Schritt für den Ausbau moderner Multi-Gigabit-Netze in Belgien. Die Entscheidung fördere Investitionen in strategische Infrastrukturen und komme damit der gesamten Wirtschaft zugute. Zugleich lobte er die enge Zusammenarbeit mit dem belgischen Institut für Postdienste und Telekommunikation (IBPT).
Auch die beteiligten Unternehmen begrüßten die Entscheidung. Die Kooperation werde den Glasfaserausbau für Haushalte und Unternehmen beschleunigen und den Kunden Internetverbindungen ermöglichen, die bis zu zehnmal schneller seien als die heutigen. Gleichzeitig sollen Bauarbeiten besser aufeinander abgestimmt und dadurch die Beeinträchtigungen für Anwohner deutlich verringert werden. Städte und Gemeinden sollen in den kommenden Monaten umfassend über die geplanten Arbeiten informiert werden.
Unabhängig davon läuft weiterhin ein weiteres Verfahren der Wettbewerbsbehörde. Dabei geht es um eine geplante Zusammenarbeit zwischen Proximus und Orange Belgium beim Glasfaserausbau in der Wallonie. Eine Entscheidung dazu steht noch aus. (belga/calü)

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