Die Branche hat in den vergangenen Jahren mehrere Rückschläge verkraften müssen. Nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie belasteten auch der Krieg in der Ukraine sowie die Energiekrise die Auftragslage vieler Bauunternehmen.
Für das laufende Jahr zeichnet sich nun eine Verschnaufpause ab. Der Wohnungsbau blieb laut dem Bericht bislang relativ stabil, zudem sorgten öffentliche Investitionen weiterhin für eine solide Nachfrage.
Diese Entwicklung könnte allerdings nur von kurzer Dauer sein. Für 2027 entwirft der Zentrale Wirtschaftsrat ein „düsteres Szenario“. Als Gründe nennen die Sozialpartner den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten, der steigende Materialpreise nach sich ziehen könnte. Gleichzeitig rechnen sie mit sinkenden Haushaltseinkommen, einer höheren Arbeitslosigkeit und steigenden Zinsen.
Hinzu komme eine voraussichtlich schwächere Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand. Traditionell gingen die staatlichen Investitionen in der Zeit zwischen zwei Wahlzyklen zurück. Zusätzlich seien Sparmaßnahmen angekündigt worden.
Nach Einschätzung der Sozialpartner könnte dadurch der Druck auf den Wohnungsmarkt erheblich zunehmen. Unter den derzeitigen Marktbedingungen sei es „völlig unrealistisch“, die bis 2050 benötigten 900.000 zusätzlichen Wohnungen zu errichten und damit eine Wohnungskrise abzuwenden.
Um gegenzusteuern, fordert der Zentrale Wirtschaftsrat unter anderem eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Neubauten auf sechs Prozent. Dies gelte insbesondere für den sozialen Wohnungsbau, bezahlbare Wohnprojekte, den Erwerb der ersten eigenen Immobilie sowie öffentliche Wohnungsbauvorhaben. Darüber hinaus sprechen sich die Sozialpartner für schnellere Genehmigungsverfahren aus, um Bauprojekte zügiger umsetzen zu können. (belga/calü)

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