Belgien verzeichnet erstmals mehr als 78.000 neue Krebsdiagnosen

<p>Ein Arzt untersucht eine Hautveränderung mit einem Dermatoskop: Das Krebsregister meldete für 2024 mit 78.697 Neuerkrankungen einen Höchststand an Krebsdiagnosen.</p>
Ein Arzt untersucht eine Hautveränderung mit einem Dermatoskop: Das Krebsregister meldete für 2024 mit 78.697 Neuerkrankungen einen Höchststand an Krebsdiagnosen. | Foto: picture alliance/dpa

Regional fällt die Entwicklung unterschiedlich aus. In Flandern stieg die Zahl der Neuerkrankungen um 1,3 Prozent auf 47.341 Fälle. In der Wallonie fiel der Anstieg mit 2,1 Prozent auf insgesamt 25.661 Diagnosen noch etwas stärker aus. In der Region Brüssel-Hauptstadt wurde dagegen ein leichter Rückgang verzeichnet: Dort sank die Zahl der neuen Krebsfälle um 0,6 Prozent auf 5.695.

Männer sind weiterhin häufiger betroffen als Frauen. Sie machen 54,3 Prozent aller neuen Krebsdiagnosen aus, Frauen 45,7 Prozent. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern nimmt jedoch langsam ab.

An der Spitze der häufigsten Krebsarten hat sich wenig verändert. Bei Männern bleibt Prostatakrebs die am häufigsten diagnostizierte Erkrankung, gefolgt von Lungen- und Darmkrebs. Bei Frauen steht Brustkrebs weiterhin mit deutlichem Abstand an erster Stelle. Dahinter folgen ebenfalls Lungen- und Darmkrebs.

Eine positive Entwicklung sehen die Experten beim Prostatakrebs. Nach mehreren Jahren steigender Fallzahlen habe sich das Erkrankungsrisiko seit 2023 stabilisiert und sei zuletzt sogar leicht zurückgegangen. Für 2025 rechnen die Fachleute allerdings wieder mit einem moderaten Anstieg.

Beim Brustkrebs zeigt sich ein differenziertes Bild. Insgesamt bleibt das Erkrankungsrisiko weitgehend stabil. Während die Zahl der Neuerkrankungen bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren – der Zielgruppe des organisierten Früherkennungsprogramms – zurückgeht, nimmt sie bei Frauen ab 70 Jahren weiter zu.

Unterschiedlich entwickeln sich auch die Zahlen beim Lungenkrebs. Bei Männern sinkt die Zahl der Diagnosen weiter, bei Frauen dagegen steigt sie an. Positiv ist jedoch, dass sich die Überlebenschancen bei beiden Geschlechtern verbessern.

Sorge bereitet den Experten weiterhin Bauchspeicheldrüsenkrebs. Diese Krebsart, die oft erst spät entdeckt wird und meist eine ungünstige Prognose hat, nimmt sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu. Ebenfalls häufiger werden Leber- und Hodenkrebs, nicht-melanotischer Hautkrebs sowie Tumoren des zentralen Nervensystems diagnostiziert.

Rückläufig ist dagegen das Risiko für mehrere andere Krebsarten. Dazu zählen Magenkrebs bei Männern und Frauen, Gebärmutter- und Eierstockkrebs bei Frauen sowie Blasenkrebs bei Männern.

Das Krebsregister wurde 2005 gegründet und erfasst Krebsdiagnosen in Flandern seit 1999 sowie landesweit seit 2004. Die Daten dienen unter anderem als Grundlage für Präventions- und Früherkennungsprogramme, die Gesundheitspolitik sowie die wissenschaftliche Krebsforschung. (belga/calü)

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