Vertrag bis 2028 liegt bereit: Mark van Bommel soll neuer Nationaltrainer werden

<p>Mark van Bommel tritt wohl die Nachfolge von Rudi Garcia an.</p>
Mark van Bommel tritt wohl die Nachfolge von Rudi Garcia an. | Foto: Photo News

Die Zusammenarbeit zwischen dem belgischen Fußballverband und Rudi Garcia war kaum beendet, da brachte Toby Alderweireld bereits seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge des Franzosen ins Spiel: Mark van Bommel. Gemeinsam mit dem niederländischen Trainer gewann der 127-malige Nationalspieler in der Saison 2022/2023 mit dem FC Antwerp das Double.

„Ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen: Vor jedem Spiel wussten wir genau, was der Plan war. Er war immer positiv und zugleich sehr realistisch. Vom ersten Moment an hat er uns das beste Gefühl überhaupt vermittelt. Wenn man nach der perfekten Kombination aus taktischem Verständnis und Menschenführung sucht, steht er ganz oben“, sagte Alderweireld. Ob er da schon gewusst hat, was am Dienstagabend geschehen würde? Gegen 20.30 Uhr meldete zunächst die flämische Tageszeitung „Het Nieuwsblad“, dass van Bommel als neuer Nationaltrainer feststehen und einen Vertrag bis zur EM 2028 unterschreiben soll. Damit hätte Vincent Mannaert, der Technische Direktor des Verbandes, den wichtigsten Posten innerhalb des belgischen Spitzenfußballs bereits gut eine Woche nach dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien neu besetzt.

<p>HAMBURG, GERMANY - NOVEMBER 27 : Marc Van Bommel pictured during a training session prior to the UEFA Champions League match between FC Shaktar Donetsk and Royal Antwerp FC on November 27, 2023 in Hamburg, Germany, 27/11/2023 ( Photo by Peter De Voecht / Photo News</p>
HAMBURG, GERMANY - NOVEMBER 27 : Marc Van Bommel pictured during a training session prior to the UEFA Champions League match between FC Shaktar Donetsk and Royal Antwerp FC on November 27, 2023 in Hamburg, Germany, 27/11/2023 ( Photo by Peter De Voecht / Photo News | Foto: Photo News

Dass der neue belgische Nationaltrainer nach Roberto Martinez, Domenico Tedesco und Rudi Garcia erneut keinen belgischen Pass besitzen wird, schien schon in den Tagen zuvor nahezu unvermeidbar. Michel Preud’homme genieße seinen Ruhestand, während Bayern-Coach Vincent Kompany ebenso wenig verfügbar sei wie der in der Premier League ambitionierte Philippe Clement, schreibt „Het Laatste Nieuws“.

Vielmehr soll van Bommel ab dem Moment, in dem die Entscheidung gegen eine Vertragsverlängerung mit Rudi Garcia gefallen war, der Topfavorit gewesen sein. Der 49-Jährige wird mit großer Wahrscheinlichkeit nach Dick Advocaat erst der zweite Niederländer an der Spitze der Roten Teufel und erstmals eine Nationalmannschaft übernehmen.

Dass ihm die Erfahrung als Nationaltrainer fehlt, sei ein Vorbehalt, der einer genaueren Betrachtung kaum standhalte, hieß es schon im Laufe des Tages bei „Sudpresse“. Der als taktisch versiert geltende Van Bommel bestritt 79 Länderspiele für die Niederlande, nahm an drei großen Turnieren teil und erreichte bei der Weltmeisterschaft 2010 sogar das Finale.

Während Garcia mitunter ein als „old school“ wahrgenommener Führungsstil vorgeworfen wurde, gehört der ehemalige Bayern-Profi einer anderen Trainergeneration an. Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Anders als Garcia spielte Van Bommel selbst auf allerhöchstem Niveau. Zu seiner Vita zählen Klubs wie die PSV Eindhoven, der FC Barcelona, Bayern München und die AC Mailand.

„Ein großer Name allein beeindruckt zwar nicht ewig. Doch zahlreiche belgische Nationalspieler stehen bei internationalen Spitzenklubs unter Vertrag. Van Bommel kennt ihre Situation, kann ihnen auf Augenhöhe begegnen und weiß aus eigener Erfahrung, welche Herausforderungen der Spitzenfußball mit sich bringt“, so „Sudpresse“.

Das wohl beste Argument für Van Bommel ist jedoch seine erfolgreiche Zeit beim FC Antwerp und die Tatsache, dass er die belgische Mentalität kennt. Nach schwierigen Trainerstationen bei der PSV Eindhoven und dem VfL Wolfsburg nahm er die Herausforderung in Antwerpen an. Klubbesitzer Paul Gheysens hatte zwar kräftig investiert und mit Marc Overmars einen starken Sportdirektor installiert, doch Van Bommel drückte der Mannschaft deutlich seinen Stempel auf.

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Unter seiner Führung gewann Antwerp die Meisterschaft, den Pokal und den Supercup. Zudem führte er den Verein in die Champions League und wurde sowohl bei den Pro League Awards als auch im Rahmen der Wahl zum Goldenen Schuh als Trainer des Jahres ausgezeichnet.

Auch ein Konflikt mit Klubbesitzer Paul Gheysens führte schließlich zu seinem vorzeitigen Abschied. Seither wurde Van Bommels Name immer wieder mit dem RSC Anderlecht und bereits nach Tedescos Entlassung auch mit den Roten Teufeln in Verbindung gebracht.

Nun steht einem Wechsel an die Spitze der Nationalmannschaft wohl nichts mehr im Wege – selbst keine Sprachbarriere: Denn van Bommel spricht kein Französisch. „Das könnte im französischsprachigen Teil des Landes möglicherweise nicht für Applaus sorgen“, so „Het Nieuwsblad“. Pluspunkte sammelt der neue Nationaltrainer in spe dafür aber in Ostbelgien: unter anderem aufgrund seiner Zeit beim FC Bayern spricht van Bommel unter anderem Deutsch.

Ende September wird er wohl mit Belgien gegen Italien, Frankreich und Deutschland in die neue Nations-League-Saison starten.

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