Evenepoel schlägt Pogacar und rückt auf Rang zwei vor

<p>Remco Evenepoel</p>
Remco Evenepoel | Foto: Photo News

Evenepoel eröffnete den Sprint früh. Pogacar reagierte, setzte sich an das Hinterrad des Belgiers, kam auf den letzten Metern aber nicht mehr vorbei.

Zu einem echten Endspurt kam der Slowene nicht mehr. Möglicherweise hatte er zuvor zu viel Kraft investiert, nachdem sein Teamkollege Isaac Del Toro bei einem schweren Sturz rund 22 Kilometer vor dem Ziel zu Fall gekommen war. Auch Jonas Vingegaard war in diesen Unfall verwickelt. Der zweimalige Tour-Sieger rutschte mit hoher Geschwindigkeit in einer Rechtskurve weg und brachte mehrere Fahrer zu Fall. Wenig später wurde der Däne mit einer Schlinge um die rechte Schulter in einem Wagen des Veranstalters von der Strecke gebracht. Vingegaard wurde noch während der laufenden Etappe medizinisch untersucht und begab sich anschließend in den mobilen Notarzt-Truck der Tour de France. Eine genaue Diagnose lag zunächst nicht vor. Klar war jedoch bereits, dass der Däne die Rundfahrt nicht fortsetzen kann.

Zum Zeitpunkt seines Sturzes lag Vingegaard auf Rang zwei der Gesamtwertung, 4:30 Minuten hinter Pogacar. Durch seine Aufgabe rückt Evenepoel nun auf den zweiten Platz vor. Aus belgischer Sicht verlief die 15. Etappe dennoch nicht ausschließlich erfreulich. Tim Merlier stieg während des Rennens aus. Der Sprinter von Soudal Quick-Step hatte bei dieser Tour bereits drei Etappen gewonnen. So stand am Ende ein Tag der Gegensätze: Während Merlier seine Rundfahrt vorzeitig beenden musste und Vingegaards Tour nach einem schweren Sturz vorbei war, setzte Evenepoel im Hochgebirge ein Ausrufezeichen – ausgerechnet gegen Pogacar, den Mann im Gelben Trikot. Am Montag steht der zweite und letzte Ruhetag der Rundfahrt an. Anschließend geht es mit einem Zeitfahren am Genfer See weiter, ehe gegen Ende der Woche in den Alpen die Entscheidungen in der Gesamtwertung fallen dürften. (belga/dpa/sid/sc)

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