Die Regierung Michel hatte seinerzeit beschlossen, im Rahmen der belgisch-niederländischen Marinepartnerschaft zwei neue Fregatten und sechs neue Minenjagdboote zu beschaffen.
Belgien übernahm die Beschaffung der Minenjäger, die Niederlande die der Fregatten. Es handelt sich um sogenannte ASWF-Fregatten (Anti Submarine Warfare Frigates), die die derzeitigen Mehrzweckfregatten der M-Klasse ersetzen sollen. Die Auslieferung der beiden Schiffe verzögert sich jedoch deutlich. Die erste Fregatte soll frühestens 2033 ausgeliefert werden – sechs Jahre später als ursprünglich geplant. Zudem sind die Kosten inzwischen erheblich höher als zunächst veranschlagt. Damit droht der belgischen Marine eine Lücke, da die Fregatten Leopold I und Louise-Marie das Ende ihrer Einsatzzeit erreichen. „Am Montag geht ein Schreiben an andere Länder, die Fregatten herstellen“, sagte Francken. Darin werde das Verteidigungsministerium nach Preisen und möglichen Lieferterminen fragen. Angeschrieben werden sollen Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien und die Türkei. Die türkische Rüstungsindustrie lobte Francken ausdrücklich. Grundsätzlich wolle Belgien an der Zusammenarbeit mit den Niederlanden festhalten. „Wir haben eine sehr lange Tradition, und es ist am besten, auf derselben Plattform zu arbeiten“, sagte der Minister. „Wenn das aber nur zu den derzeitigen Bedingungen möglich ist – mit einem doppelt so hohen Preis und einem katastrophalen Zeitplan –, dann haben wir ein Problem.“ Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen will Francken im Oktober treffen. (belga/sc)

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