Das Veranstaltungsprogramm umfasst historische, kulturelle und familienorientierte Angebote. Zu den Höhepunkten zählt ein Treffen alliierter Militärfahrzeuge aus den Jahren 1940 bis 1945. Am Samstag ist um 16 Uhr eine Fahrzeugparade vorgesehen. Am Sonntag beginnt um 10.30 Uhr eine Messe in wallonischer Sprache.
Darüber hinaus sind ein Kunsthandwerksmarkt, Konzerte im Festzelt, ein Musikquiz und eine Reitvorführung geplant. Vorführungen zur Schafhütung und Schafschur sowie ein eigener Kinderbereich ergänzen das Programm. Für Besucher werden außerdem Speisen und Getränke angeboten. Geführte Gruppenbesichtigungen finden in vier Sprachen statt. Das vollständige Programm ist auf der Internetseite des Forts veröffentlicht.
Der Bau des Forts begann 1886 auf Veranlassung der belgischen Regierung während der Herrschaft von König Leopold II. Die Anlage wurde von General Henri Alexis Brialmont entworfen und 1888 eröffnet. Gemeinsam mit den Befestigungsanlagen von Namur sollte der Lütticher Festungsring eine erste Verteidigungslinie bilden. Hintergrund waren die militärischen und politischen Entwicklungen nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 und 1871. Die Anlagen sollten dazu beitragen, die im Londoner Vertrag von 1831 garantierte Neutralität Belgiens im Fall eines neuen militärischen Konflikts zu sichern.
Eine besondere historische Bedeutung erhielt das Fort während der Kämpfe um Lüttich im Jahr 1914. Unter den Festungsanlagen dieser Generation nimmt Fort Lantin aufgrund seines Erhaltungszustands eine Sonderstellung ein. Die Forts am rechten Ufer der Maas wurden vor dem Zweiten Weltkrieg umgebaut. Am linken Maasufer ist Fort Lantin neben dem durch eine Explosion weitgehend zerstörten Fort Loncin die einzige Anlage, die heute öffentlich zugänglich ist.

Eigentümerin des Forts ist die Vereinigung „Les Amis du Fort de Lantin“. Von April bis September kann die Anlage mithilfe eines Audioguides besichtigt werden. Gruppenbesuche sind nach vorheriger Anmeldung ganzjährig möglich. Führungen werden auf Französisch, Niederländisch, Deutsch und Englisch angeboten.
Zum Fort gehören außerdem ein Telefonmuseum, in dem unter anderem eine sprechende Uhr zu sehen ist, sowie eine Ausstellung zur Entwicklung der Gastronomieküche. Besucherinnen und Besucher können zudem in zwei Gemeinschaftsräumen übernachten, die an die Unterbringung von Soldaten im Jahr 1914 erinnern. (red/jj)

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