Schichtarbeit, Personalmangel und die Anforderungen des Berufsalltags erschwerten vielen Beschäftigten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zwar stärke die europäische „Work-Life-Balance“-Richtlinie seit 2023 die Rechte von Arbeitnehmern und ermögliche u. a. flexiblere Arbeitszeitregelungen.
Gerade in Wohn- und Pflegezentren sei deren Umsetzung jedoch oft schwierig. „Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf könnte entscheidend dazu beitragen, die Attraktivität der Pflegeberufe zu erhöhen und Pflegekräfte langfristig zu halten“, schreibt Wertz.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bleibe wegen der notwendigen Rund-um-die-Uhr-Versorgung und des Fachkräftemangels eine große Herausforderung, betont die Ministerin. Die DG könne zwar nicht das Arbeitsrecht regeln, gestalte aber die Rahmenbedingungen im Seniorenbereich und in der Kinderbetreuung. Nach Angaben der Leitungen der Wohn- und Pflegezentren sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf „grundsätzlich gegeben“, stelle wegen der 24-Stunden-Versorgung aber „eine besondere Herausforderung“ dar. Deshalb komme einer frühzeitigen und verlässlichen Dienstplanung große Bedeutung zu. Individuelle Bedürfnisse der Beschäftigten würden „im Rahmen der organisatorischen Möglichkeiten“ berücksichtigt.
Flexible Arbeitsregelungen seien möglich, stießen jedoch an Grenzen. Individuell zugeschnittene Schichtsysteme könnten „nicht uneingeschränkt“ eingerichtet werden, da die Versorgung der Bewohner jederzeit gewährleistet bleiben müsse. Wo es die personellen und organisatorischen Voraussetzungen erlaubten, seien aber individuelle Lösungen möglich. Zugleich räumt die Ministerin ein, dass Früh-, Spät-, Nacht- und Wochenenddienste die Vereinbarkeit mit familiären Verpflichtungen erschwerten – insbesondere für Alleinerziehende oder Beschäftigte, die zusätzlich pflegebedürftige Angehörige versorgen. Eine „systematische Benachteiligung von Mitarbeitenden mit familiären Verpflichtungen“ gebe es nicht. Vielmehr handle es sich um „strukturelle Herausforderungen, die mit den Rahmenbedingungen des Pflegeberufs und der notwendigen 24-Stunden-Versorgung verbunden sind“. Um den Pflegeberuf attraktiver zu machen, setzt die DG-Regierung u. a. auf verlässliche Dienstpläne, den Ausbau der Kinderbetreuung, eine ausreichende Personalausstattung und neue Organisationsformen in den Einrichtungen, so die Ministerin. (sc)

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