Volvo bekräftigt Zukunft des Werks in Gent trotz schwacher Quartalszahlen

<p>Der Volvo EX30 spielt eine zentrale Rolle für die Zukunft des Werks in Gent. Inzwischen ist er das meistverkaufte vollelektrische Modell der Marke.</p>
Der Volvo EX30 spielt eine zentrale Rolle für die Zukunft des Werks in Gent. Inzwischen ist er das meistverkaufte vollelektrische Modell der Marke. | Foto: belga

Nach der jüngsten Grundsatzvereinbarung mit der Föderalregierung und der flämischen Regionalregierung über Förder- und Finanzierungsmaßnahmen in Höhe von bis zu 119 Millionen Euro bekräftigte Konzernchef Håkan Samuelsson noch einmal das Ziel, auch künftige Fahrzeuggenerationen in Gent zu produzieren.

Video: Im April 2025 nahm Premier Bart De Wever bei Volvo in Gent symbolisch den Produktionsstart des vollelektrischen EX30 zum Anlass für eine Probefahrt. Das Modell gilt als Schlüssel für die Zukunft des Werks in Gent.

Volvo Cars erzielte im zweiten Quartal ein operatives Ergebnis von 826 Millionen schwedischen Kronen (rund 75 Millionen Euro) und blieb damit ebenso hinter den Erwartungen der Analysten zurück wie beim Umsatz. Als Gründe nannte das Unternehmen die schwache Nachfrage in China, den harten Wettbewerb in Europa sowie gestiegene Kosten. Für die zweite Jahreshälfte erwartet Volvo jedoch eine deutliche Belebung. Vor allem in Europa rechnet der Konzern mit steigenden Verkäufen, auch der US-Markt soll sich erholen. Nach dem Sommer will Volvo zudem zwei neue Modelle vorstellen und im September seine überarbeitete Unternehmensstrategie präsentieren.

Für das Werk in Gent, einen der größten Industriebetriebe mit mehr als 6.500 Beschäftigten hierzulande, sind vor allem die Aussagen zur langfristigen Produktion von Bedeutung. „Es wird neue Generationen der Fahrzeuge geben, die wir heute in Gent bauen. Unsere erste Priorität ist es, sie weiterhin in Gent zu produzieren“, sagte Samuelsson im Rahmen der Vorstellung der Quartalszahlen. In Gent werden derzeit fünf Modelle gebaut: die vollelektrischen EX30, EX40 und EC40 sowie der XC40 und der V60. Insbesondere der EX30 spielt eine Schlüsselrolle für die Zukunft des Standorts. Nachdem der kompakte Elektro-SUV im vergangenen Jahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, ist er nach Unternehmensangaben inzwischen das meistverkaufte vollelektrische Modell der Marke. Die angekündigten staatlichen Hilfen sollen dazu beitragen, das Werk international wettbewerbsfähiger zu machen und neue Modelle nach Gent zu holen. Sollte es dennoch freie Produktionskapazitäten geben, schließt Volvo weiterhin nicht aus, künftig auch Fahrzeuge anderer Marken in Gent fertigen zu lassen. Samuelsson bezeichnete eine solche Auftragsproduktion als „wahrscheinlich die realistischste Option“, betonte jedoch zugleich, dass es dafür bislang keine Vereinbarung gebe.

Ungeachtet der Zukunftszusagen bleibt der Standort unter Druck. Mit dem neuen Volvo-Werk im slowakischen Košice baut der Konzern seine Produktionskapazitäten in Europa deutlich aus. Die Fabrik kann jährlich bis zu 250.000 Fahrzeuge herstellen und setzt auf moderne Fertigungstechniken wie das sogenannte Megacasting, das die Produktionskosten senken soll. Ob diese Technologie in Zukunft auch in Gent eingesetzt wird, ließ das Unternehmen offen. (belga/sc)

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