Die Stellungnahme stammt aus der Verwaltung der flämischen Mobilitätsministerin Annick De Ridder. Darin ist von „erheblichen Risiken und Unsicherheiten“ die Rede. Nach Angaben von „De Morgen“ erhielt die Ministerin das Gutachten im Juni – an demselben Tag, an dem sie den Tesla-Fahrzeugen grünes Licht erteilte.
Das Departement hält das System unter anderem für nur bedingt an die Verkehrsbedingungen in Belgien angepasst. Bei Tests sei mehrfach festgestellt worden, dass die Software Schwierigkeiten habe, Verkehrsschilder, Fahrbahnmarkierungen und bestimmte Infrastrukturelemente wie Bahnübergänge korrekt zu erkennen.
In mehreren Fällen habe dies zu Verstößen gegen die Verkehrsregeln oder zu Situationen geführt, in denen der Fahrer eingreifen musste.
Auch der Rahmen der Tests stößt bei der Verwaltung auf Kritik. Bestimmte Verkehrssituationen seien nicht geprüft worden. Zudem sei bislang nicht ausreichend nachgewiesen, wie sicher das System unter realen Bedingungen sei und ob unerfahrene Fahrer angemessen über seine Funktionsweise informiert würden.
Kritisiert wird außerdem die sogenannte „Offset“-Funktion von Tesla. Sie ermöglicht es, die eingestellte Höchstgeschwindigkeit über das geltende Tempolimit hinaus anzuheben.
Das Kabinett der Mobilitätsministerin bestätigte gegenüber „De Morgen“, dass es bereits zu einem Unfall mit einem autonom fahrenden Tesla gekommen sei. Demnach kollidierte ein langsam fahrendes Fahrzeug mit einem stehenden Wagen. Der Fahrer hatte an einem Kreisverkehr versucht, wieder selbst die Kontrolle zu übernehmen, um früher abzubiegen, als es das System vorgesehen hatte. (belga/rt)

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