Haushalte zahlen für Gas bis zu 15-mal mehr als Großindustrie

<p>Belgische Haushalte zahlen laut Greenpeace deutlich höhere Verbrauchsteuern auf Gas als große Industriebetriebe.</p>
Belgische Haushalte zahlen laut Greenpeace deutlich höhere Verbrauchsteuern auf Gas als große Industriebetriebe. | Illustrationsbild: belga

Die Umweltorganisation fordert die Regierung auf, die milliardenschweren Unterstützungsmaßnahmen für umweltschädliche Industriebetriebe deutlich zu kürzen und die frei werdenden Mittel in erneuerbare Energien zu investieren.

Im Jahr 2024 gewährte die Föderalregierung der belgischen Industrie Energiehilfen in Höhe von mehr als 5,7 Milliarden Euro. Davon entfielen laut Greenpeace rund 1,7 Milliarden Euro auf die kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems.

Das System sieht grundsätzlich vor, dass energieintensive Unternehmen für jede ausgestoßene Tonne CO₂ entsprechende Zertifikate erwerben müssen. Dadurch sollen die gesamten Treibhausgasemissionen schrittweise gesenkt werden. Bestimmte Unternehmen erhalten diese Zertifikate jedoch teilweise oder vollständig kostenlos.

Dem Greenpeace-Bericht zufolge bekamen mehrere Unternehmen sogar mehr Emissionsrechte zugeteilt, als sie tatsächlich benötigten. Als Beispiel nennt die Organisation das Stahlwerk von ArcelorMittal in Gent. Das Unternehmen habe 20,8 Millionen Tonnen CO₂ ausgestoßen, aber Zertifikate für insgesamt 37,3 Millionen Tonnen erhalten.

Überschüssige Emissionsrechte können auf dem Markt weiterverkauft werden. Unternehmen könnten dadurch Gewinne erzielen, ohne ihre eigenen Emissionen entsprechend zu senken, kritisiert Greenpeace. ArcelorMittal habe bislang Emissionszertifikate im Gesamtwert von mehr als 2,6 Milliarden Euro erhalten.

Nach Ansicht der Umweltorganisation tragen die öffentlichen Hilfen dazu bei, dass die Industrie weiterhin stark von fossilen Brennstoffen abhängig bleibt. Gleichzeitig würden notwendige Investitionen in den Umbau der belgischen Wirtschaft aufgeschoben.

Angesichts der laufenden Haushaltsberatungen und möglicher neuer Sparmaßnahmen fordert Greenpeace einen politischen Kurswechsel. „Bevor den Haushalten neue Anstrengungen abverlangt werden, müssen unsere Regierungen die Subventionen für die größten Umweltverschmutzer kürzen und dieses Geld in einen gerechten Wandel investieren“, erklärte Mathieu Soete, Verantwortlicher für die Energiewende bei Greenpeace Belgien. (belga/rt)

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