„Big Jump“: Hunderte Belgier springen für saubere Gewässer

<p>Beim „Big Jump“ springen Menschen in Flüsse, Seen und Kanäle, um für eine bessere Wasserqualität zu demonstrieren.</p>
Beim „Big Jump“ springen Menschen in Flüsse, Seen und Kanäle, um für eine bessere Wasserqualität zu demonstrieren. | Archivbild: belga

Mit der jährlich organisierten Aktion machen weltweit Tausende Menschen auf den schlechten ökologischen Zustand von Flüssen, Seen und anderen Gewässern aufmerksam. Zugleich fordern sie mehr Investitionen in deren Schutz und Reinigung.

In Löwen wird der „Big Jump“ in diesem Jahr allerdings durch einen „Dry Jump“ ersetzt. Grund ist eine zu hohe Konzentration von E.-coli-Bakterien in der Dijle. Auch am See von Overijse-Genval wurde die Aktion wegen der schlechten Wasserqualität abgesagt. In Deinze kann der Sprung aufgrund von Blaualgen in der Leie ebenfalls nicht stattfinden.

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie besteht seit dem Jahr 2000. Sie soll verhindern, dass sich der Zustand der Gewässer in der Europäischen Union weiter verschlechtert. Ursprünglich sollten die Gewässer bis 2015 einen guten Zustand erreichen. Diese Frist wurde zunächst auf 2021 und anschließend auf Dezember 2027 verschoben.

Nach Ansicht von GoodPlanet drängt deshalb die Zeit, um auch in Belgien gesunde Gewässer zu schaffen, in denen sich Tiere, Pflanzen und Natur entfalten können.

Nach den jüngsten Messungen im Rahmen der europäischen Vorgaben befand sich 2021 lediglich eines von 195 untersuchten Gewässern in Flandern in einem guten ökologischen Zustand. In Wallonien traf dies auf 41 Prozent der Gewässer zu.

Bei der Bewertung werden unter anderem die vorhandene Tier- und Pflanzenwelt, die Struktur und Strömung des Wassers sowie physikalisch-chemische Werte wie Sauerstoffgehalt und Nährstoffe berücksichtigt.

Zusätzlich wird der chemische Zustand der Gewässer untersucht, also die Belastung durch Schadstoffe. 2021 erreichte in Belgien kein einziges Gewässer einen guten chemischen Zustand.

Europaweit befanden sich im selben Jahr 39,5 Prozent der Gewässer in einem guten ökologischen und 26,58 Prozent in einem guten chemischen Zustand. (belga/rt)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment