Bei erneut großer Hitze entschied Merlier den Sprint des Feldes für sich, das den lange entkommenen Liam Slock (Lotto-Intermarché) erst 1.300 Meter vor dem Ziel eingeholt hatte. Der Belgier war 174 Kilometer lang Teil der Fluchtgruppe gewesen.
Für den 33-jährigen Merlier war es der 74. Sieg seiner Karriere. Er setzte sich vor dem Eritreer Biniam Girmay (NSN) und dem Niederländer Olav Kooij (Decathlon CMA CGM) durch. Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) wurde Vierter, Milan Fretin (Cofidis) belegte den zehnten Platz.
In der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen. Tadej Pogacar (UAE Emirates-XRG) führt weiterhin mit 2:42 Minuten Vorsprung auf Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike). Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) liegt mit 3:30 Minuten Rückstand auf Rang vier. Ihm fehlen drei Sekunden auf den drittplatzierten Mexikaner Isaac del Toro, einen Teamkollegen Pogacars.
Es war der dritte Massensprint seit Beginn der Tour. In Pau hatte Olav Kooij gewonnen, am Freitag in Bordeaux bereits Tim Merlier.
176 der ursprünglich 184 Fahrer gingen am Samstag an den Start. Liam Slock initiierte die Flucht des Tages und setzte sich gemeinsam mit dem Franzosen Thibault Guernalec (TotalEnergies) und dem Tschechen Jakub Otruba (Caja Rural-Seguros RGA) ab.
Das Trio erhielt über fast 145 Kilometer einen Vorsprung von höchstens zwei Minuten. Slock, der vor drei Wochen trotz eines Sturzes und einer Rutschpartie bis ins Ziel den GP Gippingen in der Schweiz gewonnen hatte, hielt am längsten durch. Erst 1.300 Meter vor dem Ziel wurde der 25-Jährige gestellt. Als Trost erhielt er den Preis für den kämpferischsten Fahrer des Tages.
Am Sonntag steht eine Etappe für Ausreißer auf dem Programm. Sie führt über 185,5 Kilometer von Malemort nach Ussel in der Corrèze. Am Montag folgt der erste Ruhetag. (belga/rt)

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