Es lässt sich nicht leugnen: Die Belgier haben zunehmend weniger „Bock“ auf Pool. Zweifellos nachvollziehbar angesichts der Investition, die die Anlage eines Gartenpools nach wie vor (oder mehr denn) darstellt. Ganz zu schweigen von den neuerlich gestiegenen Energiekosten für eine solche (kurze) Kurzweil im eigenen Garten. Ein Aufwand, der für die meisten kaum „aus der Portokasse“ zu finanzieren ist. Ganz im Gegenteil! Zumal die Preise ein weiteres Mal angezogen haben. Zwar nicht ganz so stark wie in den beiden letzten Jahren, aber mit knapp zehn Prozent dennoch spürbar.
Die Folge: Der Markt, der in den Jahren 2020, 2021 und 2022 aus bekannten Gründen einen ungeahnte Hausse gekannt hatte, erlebt nun bereits im dritten Jahr in Folge eine spürbare Stagnation – zumindest im Vergleich zu den florierenden Zahlen vorgenannter Ausnahmejahre. Letztlich kaum ein Wunder angesichts von Kosten in Höhe von 70.000 €, die ein (betuchter) Gartenbesitzer heute für einen technologisch hochwertigen Pool veranschlagen muss. Wohlgemerkt, im Schnitt!
Maßgebende Gründe für die neuerliche Verteuerung sind einerseits die weiterhin hohen Materialkosten, andererseits die beträchtlich angewachsene Modernisierung der Einbautechniken. Und nicht zuletzt die zwischenzeitlich (wieder) merklich veränderte politische Sensibilisierung lässt manchen Interessenten angesichts gestiegener Kritik im Umfeld kurzzeitig Abstand von einem solchen Vorhaben nehmen.
Wetter in Belgien eher ein Handicap
Ein kurzer Blick zurück: Die Nachfrage war zwischenzeitlich derart gestiegen, dass die Branche in besagtem Zeitraum eine Verdoppelung der Aufträge von 3.050 (2019) auf 6.150 (2022) verzeichnete. Dagegen sind es aktuell „nur“ noch circa 3.500 Becken, die verkauft werden. Ein deutlicher Rückgang – selbst wenn die Bestellungen weiterhin über dem Status von 2019 liegen. Dennoch Zahlen, die den Fachbereich (der angesichts Boom und Nachfrage ebenso unerwarteten wie stattlichen betrieblichen Zuwachs erfahren hatte) im Rückblick auf den mehrjährigen Boom hörbar klagen lässt.
Kein Wunder angesichts der beachtlichen Neuerungen und Teuerungen am Markt… Während vor sechs Jahren, also eingangs von Pandemie und Lockdown, noch 54.000 € als Mittelwert veranschlagt wurden (nach oben hin eh ohne Schmerzgrenze…), werden heute für hochwertige Ware zwischen 60.000 und 80.000 € aufgerufen. Ohne Mehrwertsteuer, die den Spaß weiter verhagelt.
Erschwerend hinzukam, dass das Wetter in Belgien zuletzt sicher kein „natürlicher“ Antrieb war, um zur Aufwertung des eigenen Gartens so viel Geld in die Hand zu nehmen. Gerade nachdem das anhaltend grau-nasse Wetter von Oktober bis März nicht unbedingt zum Anruf beim Pool-Bauer motivierte. Und in den Auftragsbüchern eine ungewohnte Ebbe bewirkte.
Energie drückt auf Geldbeutel
Übrigens… Unternehmen, die verstärkt im oberen Preissegment tätig sind, leiden spürbar weniger unter den Einschnitten am Markt. Vor allem da die gestiegenen Energiepreise in besagten Haushalten weniger stark aufs Budget drücken. Also: „Cool on the pool…“ Oder: Qualitativ hochstehend, nicht selten größer, in jedem Fall aber teurer als die preiswertere „Durchschnittsware“, die gerade in den Jahren 2020, 2021 und 2022 vielfach „auf die Schnelle“ geordert wurde. Teils weil die Fachunternehmen aufgrund der damals akut gestiegenen Nachfrage möglichst zeitnah liefern wollten - was bei günstigeren, da vor allem oberirdischen Formaten deutlich rascher umsetzbar war. In der Tat ist die Anlage eines Pools in der Größe drei mal sechs Meter in Polyester rein bautechnisch keine größere Herausforderung. Vor allem hat der plötzliche Boom vor einigen Jahren bewirkt: Die Varianten auf dem Markt (und damit auch die Preise) sind merklich vielschichtiger als beispielsweise noch vor zehn Jahren. Im Umkehrschluss: Wege zum Badespaß im eigenen Garten gibt es recht viele. Für fast jeden Garten wie für fast jeden Geldbeutel!

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