Eiskunstlauf-Ikone Loena Hendrickx beendet ihre Karriere

<p>Loena Hendrickx sagt Adieu.</p>
Loena Hendrickx sagt Adieu. | Foto: Photo News

Die Sportlerin aus Turnhout (Provinz Antwerpen) prägte über Jahre hinweg eine Disziplin, die in Belgien lange nur ein Nischendasein führte. Dabei begann ihr internationaler Aufstieg vergleichsweise bescheiden. Bei ihrer ersten Europameisterschaft 2017 im tschechischen Ostrava belegte Hendrickx Rang sieben und erinnerte sich später gerne an diese Zeit zurück. „Meine erste EM war ohne Medien, ohne Stress und ohne Druck“, sagte sie während der Olympischen Spiele von Mailand im vergangenen Februar. „Danach kamen die Anrufe der Journalisten, dann begannen die Kameras, mir zu folgen. Das waren alles kleine Dinge, die dafür sorgten, dass ich jeden Wettkampf meiner Karriere anders erleben konnte.“

<p>Loena Hendrickx bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Aktion</p>
Loena Hendrickx bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Aktion | Foto: Photo News

Bereits ein Jahr später bestätigte die Belgierin ihr Talent mit einem fünften Platz bei den Europameisterschaften, Rang neun bei den Weltmeisterschaften und einem 16. Platz bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Nach einer weiteren Leistungssteigerung im Jahr 2019 wurde ihre Entwicklung jedoch zunächst durch hartnäckige Knöchelprobleme und die Corona-Pandemie ausgebremst.

Doch Hendrickx kämpfte sich eindrucksvoll zurück. Nach Platz fünf bei der WM 2021 folgte 2022 ihr bis dahin erfolgreichstes Jahr. Sie gewann Silber bei den Weltmeisterschaften, Bronze bei den Europameisterschaften und wurde Siebte bei den Olympischen Spielen in Peking.

Auch in den folgenden beiden Jahren sammelte sie weitere Erfolge. 2023 holte sie WM-Bronze und EM-Silber, ehe sie 2024 mit dem Gewinn des Europameistertitels den größten Triumph ihrer Karriere feierte. Bei den Weltmeisterschaften verpasste sie als Vierte nur knapp eine weitere Medaille. Hinzu kamen mehrere Podestplätze bei prestigeträchtigen Grand-Prix-Wettbewerben, darunter Siege in Frankreich 2022 und beim Skate America 2023 sowie Rang zwei im Grand-Prix-Finale in Peking.

<p>Loena Hendrickx bei den World Figure Skating Championships in Montpellier 2022 in Aktion</p>
Loena Hendrickx bei den World Figure Skating Championships in Montpellier 2022 in Aktion | Foto: belga

Ihre letzte Saison stand erneut im Zeichen gesundheitlicher Probleme. Nach einer Knöcheloperation musste Hendrickx um ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen von Mailand-Cortina kämpfen. Erst bei einem Qualifikationsturnier im September in Peking löste sie als Drittplatzierte ihr Ticket für ihre dritten Winterspiele.

Vor Olympia gewann sie noch einmal EM-Silber in Sheffield, ehe eine Knochenprellung am Knöchel ihre Vorbereitung beeinträchtigte. In Mailand belegte sie schließlich den 14. Platz – unmittelbar hinter ihrer Landsfrau Nina Pinzarrone, die künftig zur neuen Galionsfigur des belgischen Eiskunstlaufs werden könnte.

Bei ihren letzten Olympischen Spielen zog Hendrickx selbst Bilanz über ihre Karriere und ihren Einfluss auf ihren Sport. „Ich habe den Weg für alle belgischen Eiskunstläuferinnen geebnet“, sagte sie nach ihrer Kür. „Als ich ein aufstrebendes Talent war, gab es nichts. Ich musste mit den vorhandenen Mitteln zurechtkommen. Es ist schön, diese Rolle übernommen zu haben. Es wird nun viel mehr junge Talente in Belgien geben. Ich bin stolz auf das, was ich für diesen Sport tun konnte.“

Begleitet wurde Hendrickx während eines Großteils ihrer Karriere von ihrem Bruder Jorik, selbst ein erfolgreicher ehemaliger Eiskunstläufer. Gemeinsam schrieben die Geschwister ein bedeutendes Kapitel belgischer Sportgeschichte – eines, das weit über Medaillen und Platzierungen hinausreicht. (belga/calü)

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