Mehr Menschen, weniger Geburten: So entwickelt sich Belgiens Bevölkerung

<p>Menschen strömen durch das Zentrum von Brüssel: Belgien zählte zum 1. Januar 2026 insgesamt 11,87 Millionen Einwohner.</p>
Menschen strömen durch das Zentrum von Brüssel: Belgien zählte zum 1. Januar 2026 insgesamt 11,87 Millionen Einwohner. | Foto: belga

Auffällig ist dabei, dass das Wachstum erneut nicht auf mehr Geburten als Todesfälle zurückzuführen ist. Im Gegenteil: Belgien verzeichnete 2025 zum vierten Mal in Folge einen negativen natürlichen Bevölkerungssaldo. Den 108.033 Geburten standen 112.923 Todesfälle gegenüber, sodass die Zahl der Verstorbenen jene der Neugeborenen um 4.890 überstieg.

Als Ursache nennt Statbel vordergründig die Alterung der Bevölkerung. Dadurch steigt die Zahl der Todesfälle leicht an, während gleichzeitig der Anteil jüngerer Menschen – darunter Frauen im gebärfähigen Alter – sinkt. Hinzu kommt eine rückläufige Geburtenrate. Im vergangenen Jahr wurden fast vier Prozent weniger Kinder geboren als im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2024.

Für das Bevölkerungswachstum sorgte daher erneut die internationale Migration. Der Wanderungssaldo lag 2025 bei plus 47.562 Personen. Es kamen also deutlich mehr Menschen nach Belgien, als das Land verließen. Allerdings fiel dieser Überschuss geringer aus als in den Jahren unmittelbar nach der Corona-Pandemie und dem Ausbruch des Ukraine-Krieges, als die internationalen Wanderungsbewegungen besonders hoch waren.

Unter den Menschen, die 2025 nach Belgien zogen, befanden sich die meisten mit belgischer Staatsangehörigkeit. Sie machten knapp 13 Prozent aller Zuwanderer aus. Dahinter folgten rumänische und französische Staatsbürger.

Regional betrachtet wuchs Flandern am stärksten. Dort lebten Anfang 2026 insgesamt 6.898.350 Menschen. Die Bevölkerung nahm binnen eines Jahres um 33.584 Personen beziehungsweise 0,49 Prozent zu. Auch hier sorgten positive Wanderungssalden für das Wachstum.

In der Wallonie stieg die Einwohnerzahl auf 3.713.450 Personen. Das entspricht einem Plus von 0,23 Prozent. Bemerkenswert: Die südliche Landeshälfte profitierte nicht nur von der internationalen Zuwanderung, sondern auch von einem positiven Binnenwanderungssaldo. Mehr als 4.800 Menschen zogen 2025 aus anderen belgischen Regionen in die Wallonie.

Nahezu unverändert blieb die Bevölkerungszahl in der Region Brüssel-Hauptstadt. Dort lebten zum Jahresbeginn 1.255.834 Menschen – lediglich 39 mehr als ein Jahr zuvor. Brüssel war allerdings die einzige Region mit einem positiven natürlichen Saldo: Dort wurden 5.103 Menschen mehr geboren als starben. Gleichzeitig verlor die Hauptstadtregion jedoch zahlreiche Einwohner an andere Landesteile.

Statbel veröffentlichte zudem Zahlen zu den Staatsangehörigkeiten. Im Jahr 2025 erhielten 69.017 Menschen die belgische Staatsbürgerschaft, während lediglich 32 Personen sie verloren. Die größten Gruppen unter den Neubürgern stammen aus Marokko, Rumänien, Syrien, Polen und Italien. (belga/calü)

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