Belgien nimmt kriminelle Phishing-Netzwerke stärker ins Visier

<p>Polizei und Justiz wollen im Kampf gegen Phishing künftig stärker die kriminellen Netzwerke hinter den Betrugsmaschen ins Visier nehmen.</p>
Polizei und Justiz wollen im Kampf gegen Phishing künftig stärker die kriminellen Netzwerke hinter den Betrugsmaschen ins Visier nehmen. | Illustrationsbild: picture alliance

Phishing zählt in Belgien zu den häufigsten Formen digitaler Kriminalität. Dabei versuchen Betrüger, über gefälschte Nachrichten an persönliche Daten ihrer Opfer zu gelangen.

In den vergangenen Jahren sind die Täter immer professioneller vorgegangen. Sie arbeiten zunehmend mit internationalen Netzwerken und spezialisierten Vermittlern, um Opfer zu täuschen und hohe Geldbeträge zu erbeuten. Deshalb haben Justizministerin Annelies Verlinden (CD&V) und Innenminister Bernard Quintin (MR) gemeinsam mit den Generalprokuratoren beschlossen, den Kampf gegen Phishing zu verschärfen.

Das neue Rundschreiben sieht vor, dass sich die Strafverfolgung künftig stärker auf Phishing-Kampagnen und die kriminellen Strukturen konzentriert, die diese Betrugsform organisieren oder erleichtern. Einzelne Fälle sollen nicht mehr isoliert betrachtet werden. Wenn Zusammenhänge zwischen Akten schneller erkannt werden, können Polizei und Staatsanwaltschaften ihre Mittel effizienter einsetzen und die beteiligten Netzwerke besser identifizieren. Dabei spielen ein schnellerer Informationsaustausch und eine koordinierte Nachverfolgung der Geldflüsse eine wichtige Rolle.

„Mit diesem neuen Ansatz sorgen wir dafür, dass Polizei und Justiz ihre Mittel noch gezielter auf die Organisatoren von Phishing-Kampagnen konzentrieren können“, erklärte Verlinden. Wer glaube, hinter einem Bildschirm und jenseits nationaler Grenzen unerreichbar zu sein, müsse wissen, dass Polizei und Justiz diese Netzwerke zunehmend ins Visier nähmen.

Auch Innenminister Quintin betonte die Bedeutung einer schnellen Reaktion. „Je schneller wir betrügerische Nachrichten erkennen, die Bürger warnen und verhindern, dass es Opfer gibt, desto kleiner wird der Handlungsspielraum der Cyberkriminellen“, sagte er. Die Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität, der Polizei und der Justiz sei dabei von entscheidender Bedeutung. (belga/rt)

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