Zwischen Kaffeeschmuggel und dem „wracken Wönk“: Jupp Hammerschmidt erzählt vom Leben in Höfen

<p>„Ne wracke Wönk“ heißt das neue Buch von Jupp Hammerschmidt, das im Grenz-Echo Verlag erschienen ist. Darin erzählt der Autor in über 30 Geschichten vom Alltag im Eifeldorf Höfen und von einer Eifel, die heute vielerorts verschwunden ist.</p>
„Ne wracke Wönk“ heißt das neue Buch von Jupp Hammerschmidt, das im Grenz-Echo Verlag erschienen ist. Darin erzählt der Autor in über 30 Geschichten vom Alltag im Eifeldorf Höfen und von einer Eifel, die heute vielerorts verschwunden ist. | Foto: GEV

In mehr als 30 kurzweiligen Episoden erzählt Hammerschmidt vom Leben im Monschauer Eifeldorf Höfen in den 1950er-, 60er- und 70er-Jahren – mit viel Humor, liebevoller Beobachtungsgabe und einem feinen Gespür für die Eigenheiten der Menschen seiner Heimat. Der Titel des Buches bedeutet auf Höfener Platt so viel wie „ein rauer Wind“ und verweist auf das raue Klima der Eifel. Die Geschichten führen die Leser zurück in eine Zeit, als Kaffeeschmuggel an der Grenze zum Alltag gehörte, Kühe noch auf den Dorfwiesen gehütet wurden und die jährliche Autosegnung zu den Höhepunkten des Jahres zählte. Hammerschmidt erinnert an die Narzissenblüte, die im Höfener Platt „Zicksele“ genannt wird, an das Heumachen im Familienverband, an die legendäre Beatmesse in der stockkatholischen Eifel und an die geheimnisvolle Heilkunst „de Konnst“, die manche Dorfbewohner nahezu meisterhaft beherrschten. Auch Vogelsang, die belgischen Soldaten, die Fremdenlegion und zahlreiche weitere Episoden aus einer vergangenen Zeit finden ihren Platz. Dabei beschränkt sich der Autor nicht auf reine Heimatkunde. Seine Texte leben von pointierten Beobachtungen, sprachlichem Witz und einer Erzählweise, die erkennen lässt, dass Hammerschmidt viele Jahre als Comedy-Autor für Rundfunk und Fernsehen tätig war.

Unter anderem schrieb er für Thomas Gottschalk, Harald Schmidt und Ottfried Fischer. Zudem war er lange gemeinsam mit Hubert vom Venn als Teil des Kabarett-Duos „Die Zwei aus der Eifel“ auf den Bühnen der Region unterwegs. Jupp Hammerschmidt, der bürgerlich Wendelin Rader heißt, wurde 1947 in Höfen geboren. Nach einem Studium der Germanistik und Geschichte arbeitete er zunächst als Buchhändler, bevor er sich als Autor und Kabarettist einen Namen machte. Mit „Die Frisierkommode“, „Das Klümpchensglas“ und „Der Korbwagen“ veröffentlichte er bereits mehrere erfolgreiche Eifel-Geschichtenbände. „Ne wracke Wönk“ knüpft an diese Tradition an und ist zugleich eine liebevolle Hommage an eine Eifel, die sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert hat. (sc)


Jupp Hammerschmidt: „ne wracke Wönk – und andere Geschichten aus der Eifel“; Grenz-Echo Verlag, Eupen, 2026; 136 Seiten, ISBN: 978-3-86712-217-7

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