Die Verhandlungen fanden unter Vermittlung des föderalen Arbeitsministeriums statt und dauerten mehrere Stunden. Ein Durchbruch gelang jedoch nicht. Das Scheitern der Gespräche wurde inzwischen offiziell in einem Protokoll festgehalten.
„Nach stundenlangen Verhandlungen konnten wir keine Einigung erzielen. Deshalb wird der Streik fortgesetzt, bis es eine neue Initiative von Arbeitgeberseite gibt“, erklärte eine Gewerkschaftsquelle gegenüber der Nachrichtenagentur Belga.
Plasman produziert unter anderem Stoßfänger für Volvo Cars Gent sowie für BMW. Am Standort Gent sind rund 350 Mitarbeiter beschäftigt. Etwa die Hälfte der Produktion ist für Volvo bestimmt. Seit Dienstag steht jedoch die gesamte Fabrik still.
Auslöser des Arbeitskampfes ist die Entscheidung, einen erwarteten neuen Auftrag nicht an den Standort Gent zu vergeben. Nach Ansicht der Gewerkschaften geht damit ein wesentlicher Teil der Zukunftsperspektiven für das Werk verloren. Bereits im Frühjahr hatten Beschäftigte mit Protestaktionen mehr Klarheit über die Zukunft des Unternehmens gefordert. Diese wurden damals ausgesetzt, nachdem die Unternehmensleitung zusätzliche Gespräche zugesagt hatte.
Inzwischen sind die Folgen weit über das Werk von Plasman hinaus spürbar. Weil wichtige Bauteile fehlen, musste Volvo Cars Gent bereits am Dienstag die Endmontage stoppen.
Besonders gravierend sind die Auswirkungen für die Belegschaft des Autoherstellers. Rund 4.500 Arbeiter wurden inzwischen in Kurzarbeit geschickt. Nachdem bereits am Mittwoch keine einzige Schicht arbeiten konnte, teilte Volvo am Abend mit, dass auch die Frühschicht am Donnerstag nicht anlaufen werde.
Je länger der Streik bei Plasman andauert, desto größer wird der Druck auf die Produktionsplanung von Volvo. Zwar ist der Autobauer nicht direkt an den Verhandlungen beteiligt, doch ohne eine rasche Einigung dürfte die Fertigung in Gent weiterhin erheblich beeinträchtigt bleiben. (belga/calü)

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