Wallonische Regierung plant angepasste Führerscheinprüfungen für Berufskraftfahrer

<p>Die Initiative für die Ausweitung angepasster theoretischer Führerscheinprüfungen geht auf Regionalminister François Desquesnes zurück.</p>
Die Initiative für die Ausweitung angepasster theoretischer Führerscheinprüfungen geht auf Regionalminister François Desquesnes zurück. | Foto: Photo News

Die wallonische Regionalregierung hat nun eine Reform auf den Weg gebracht, die insbesondere Menschen mit Lernschwierigkeiten oder besonderem Unterstützungsbedarf zugutekommen soll. Künftig sollen auch Kandidaten für Lkw-, Bus- und Reisebusführerscheine unter bestimmten Bedingungen angepasste theoretische Prüfungen ablegen können.

Die ostbelgische Regionalabgeordnete Christine Mauel (PFF/MR) begrüßt diese Maßnahme, die ihrer Ansicht nach sowohl die Chancengleichheit als auch den Zugang zum Arbeitsmarkt verbessern kann. Konkret geht es um eine Initiative von Regionalminister François Desquesnes (Les Engagés), der unter anderem für Verkehr und Straßenverkehrssicherheit zuständig ist. Demnach hat die Regierung in erster Lesung einen Erlassentwurf verabschiedet, der die speziellen und angepassten theoretischen Führerscheinprüfungen auf die Führerscheine der „Gruppe 2“ ausweitet. Betroffen sind insbesondere die Führerscheinklassen für Lastkraftwagen, Busse und Reisebusse (C, CE, D usw.). Künftig sollen auch Kandidatinnen und Kandidaten für berufliche Führerscheine, die bestimmte Lernschwierigkeiten oder einen besonderen Unterstützungsbedarf haben, Zugang zu angepassten Prüfungsmodalitäten erhalten.

Besonders relevant sei diese Maßnahme für die Deutschsprachige Gemeinschaft sowie für ländliche und grenznahe Regionen, in denen Berufe im Transport-, Logistik- oder Personenbeförderungssektor eine zentrale Rolle spielen, so Christine Mauel. „Gerade in Ostbelgien stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, ausreichend qualifiziertes Personal im Bereich Mobilität und Transport zu finden. Ein fairer und zugleich praxisnaher Zugang zu beruflichen Führerscheinen kann deshalb einen konkreten Beitrag zur Beschäftigung, zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur sozialen Teilhabe leisten“, schreibt sie in einer Pressemitteilung. Mit der Reform möchte die wallonische Regionalregierung die Organisation der theoretischen Prüfungen vereinheitlichen und gleichzeitig besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kandidatinnen und Kandidaten eingehen. „Der Erlassentwurf präzisiert außerdem die Verwaltung und Digitalisierung der Daten im Zusammenhang mit den Anträgen auf spezielle oder angepasste Prüfungen. Ziel ist eine transparentere, effizientere und rechtssichere Organisation“, erläutert Christine Mauel.

„Der Zugang zu beruflichen Führerscheinen ist für viele Menschen ein wichtiger Schritt in Richtung Arbeit und Selbstständigkeit. Deshalb ist es richtig, die Prüfungen so zu organisieren, dass sie fair, zugänglich und gleichzeitig verantwortungsvoll bleiben“, fügt die ostbelgische Regionalabgeordnete hinzu. Der Erlassentwurf wird nun dem Staatsrat zur Begutachtung übermittelt. (red/sc)

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