Nach dem Absturz einer russischen Drohne auf ein Wohnhaus im ostrumänischen Galati verlangt das EU- und Nato-Land mehr Mittel zur Abwehr. Wie das Außenministerium in Bukarest mitteilte, habe man das Nato-Generalsekretariat über den Vorfall informiert und um die Beschleunigung des Transfers von Drohnen-Abwehrtechnik nach Rumänien gebeten.
Rumänien werde diese „gravierende Verletzung des internationalen Rechts und seines Luftraums mit diplomatischen Maßnahmen beantworten“, hieß es weiter in der Erklärung des Außenministeriums bei Facebook. „Die Russische Föderation trägt die direkte Verantwortung für diese schlimme und verantwortungslose Aktion. Rumänien wird mit maximaler Entschlossenheit dafür eintreten, dass der internationale Druck auf die Russische Föderation zum sofortigen und umfassenden Ende des Beschusses verstärkt wird.“
Der Einschlag der Drohne in Galati löste einen Brand im zehnten Stock des Wohnblocks aus, zwei Leichtverletzte wurden vor Ort versorgt, wie das Innenministerium in Bukarest mitteilte. Ein auf Explosionen spezialisiertes Ermittlerteam machte sich in der Nacht auf dem Weg zum Einsatzort. Galati liegt an der Donau, die Grenzen zur Republik Moldau und zur Ukraine sind jeweils nur wenige Kilometer entfernt.
Die Nato hat Rumänien einen Ausbau der Abwehrfähigkeiten in Aussicht gestellt. „Wir verurteilen Russlands Rücksichtslosigkeit, und die Nato wird ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen weiter stärken – auch gegen Drohnen“, teilte Sprecherin Allison Hart mit. Generalsekretär Mark Rutte stehe nach dem Einschlag der Drohne in Kontakt mit den rumänischen Behörden.
„Das ist inakzeptabel und unverantwortlich“, reagierte Belgiens Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) am Freitagvormittag in den sozialen Netzwerken: „Eine Angriff mit Kriegswaffen auf ein Wohnhaus in einem EU-Mitgliedsstaat und NATO-Verbündeten stellt eine gefährliche Eskalation dar, die uns alle betrifft. Wir unterstützen die dimplomatische Reaktion Rumäniens und dessen Aufruf zur Verstärkung der Drohnenabwehr entlang der Ostflanke voll und ganz.“ (dpa/belga/tf)

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