Heiße Wohnung: Räume clever kühl halten ohne Klimaanlage

<p>Nicht immer eine gute Idee: Mit nassen Tüchern und Co. für Abkühlung sorgen.</p>
Nicht immer eine gute Idee: Mit nassen Tüchern und Co. für Abkühlung sorgen. | Foto: Benjamin Nolte/dpa

Denn: „Das A und O ist, die Wärme möglichst gar nicht erst ins Innere zu lassen“, sagt Verbraucherschützerin Ramona Ballod. Sobald morgens die Sonne aufgeht, sollten die Räume deshalb verschattet und alle Fenster geschlossen werden. Das bleiben sie dann am besten auch den ganzen Tag über, selbst wenn es bei Sonnenschein schwerfallen mag. Erst spätabends, wenn die Außentemperaturen gefallen sind, ist es sinnvoll, zu lüften. „So lange wie möglich, am besten die ganze Nacht hindurch“, rät Ballod. „Und idealerweise auf Durchzug.“

Wer sich beim Gedanken an geschlossene Fenster den ganzen Tag unwohl fühlt, kann natürlich regelmäßig für Frischluft sorgen und sich mit dem Ventilator Kühlung verschaffen. Sinnvoll ist auch ein Sonnenschutz vor dem Fenster. „Mit Markisen, Rollläden oder Raffstores, die außen angebracht werden, erzielt man gute Ergebnisse“, sagt Frank Lange, Geschäftsführer des Verbands Fenster + Fassade. Produkte, die nicht direkt an der Scheibe angebracht werden, sondern an den äußeren Rahmenprofilen der Fenster sind ebenfalls eine Option. Wohnt man zur Miete, sollte das aber mit dem Vermieter abgeklärt werden.

Eine Option ist auch ein innenliegender Sonnenschutz wie Innenrollos oder Vorhänge vor den Fenstern. Es gibt auch Folien, die auf der Innenseite angebracht werden, aber die seien nicht so wirksam. Das Problem dabei: Die Sonnenschutzfolien verdunkeln den Raum. Das ist im Winter unangenehm, weil weniger Licht und Wärme in die Räume gelangt. Experten raten von einer Sonnenschutzfolie ab, weil das darunterliegende Glas durch thermische Spannungen brechen könne.

Und auch manch andere vermeintlich hilfreiche Tipps für warme Tage haben ihre Tücken. Das Aufhängen feuchter Wäsche oder nasser Bettlaken im Raum etwa. „Warme Luft speichert viel Wasser. Viele Menschen empfinden die feuchte Luft dann als unangenehm“, sagt Mietexperte Rolf Bosse. „Außerdem ist die Grenze der Kühlung irgendwann erreicht, und die Feuchtigkeit muss herausgelüftet werden. Geschieht das nicht, drohen Schimmelschäden.“ Will man es trotzdem probieren, sollte man sich ein Hygrometer anschaffen. Damit kann man die Feuchtigkeit in der Wohnung kontrollieren und gegebenenfalls gegensteuern.

Wie Pflanzen und Ventilatoren die Wohnung kühlen

Gut ist dagegen jede Form von Grün im und vor dem Haus. Pflanzen spenden Schatten, verdunsten Wasser und kühlen so die Umgebung. „Kletterpflanzen auf dem Balkon, die sich hochranken, oder Bäume vor dem Fenster halten die Hitze fern“, sagt Ramona Ballod. Und sie fördern die Bildung von Kaltluft in der Nacht. Ventilatoren können ebenfalls Abhilfe schaffen. Zwar kühlen sie die Luft nicht herunter. Aber sie wirbeln sie auf. „Das bringt Erleichterung, denn bewegte Luft fühlt sich kühler an als stehende Luft.“

Allerdings sorgen elektrischen Geräte auch für Wärme: Fernseher, Computer, Kühlschränke, Gefriertruhen oder Lampen etwa. Werden diese Geräte nicht im Dauerbetrieb genutzt, kann es schon einiges bringen, die Stecker zu ziehen.

Und dann kann man sich noch den Albedo-Effekt zunutze machen. Die Albedo (von lateinisch albus - weiß) ist das Maß dafür, welchen Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung eine Oberfläche zurückwirft, heißt es auf der Plattform Helmholtz Klima der Helmholtz-Gemeinschaft. Je heller eine Fläche ist, desto höher ist dieser Anteil. Weiße Flächen reflektieren die Sonnenstrahlung also besser und bleiben kühler als schwarze.

Ein Beispiel: Glattes Eis und weißer Schnee haben etwa eine hohe Albedo mit Werten zwischen 0,8 und 0,9. Die Albedo von Asphalt liegt bei 0,05. Das kann man bei Neubauten berücksichtigen, etwa mit weißen Fassaden. (dpa/sc)

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