Möglich wurde dieser Schritt durch das im vergangenen Jahr geschlossene Abkommen zwischen Engie und dem belgischen Staat zur Laufzeitverlängerung der Atomreaktoren Doel 4 und Tihange 3 um zehn Jahre. Im Gegenzug wurde Electrabel weitgehend vom finanziellen Risiko rund um die Entsorgung nuklearer Abfälle entlastet.
Nach dieser Einigung übertrug Electrabel seine Beteiligungen an den Tochtergesellschaften International Power und Engie Energy Management an die Konzernmutter Engie. In diesen Strukturen sind Energieproduktionsaktivitäten außerhalb Europas gebündelt. Der Gesamtwert der Verkäufe wird auf 41,5 Milliarden Euro geschätzt.
Mit einem großen Teil dieser Summe beglich Electrabel zunächst Rückstellungen für die Finanzierung der Lagerung abgebrannter Kernbrennstoffe in Höhe von 11,2 Milliarden Euro. Zudem wurden konzerninterne Schulden von 13,3 Milliarden Euro zurückgezahlt.
Darüber hinaus schüttet die belgische Tochtergesellschaft weitere 10,4 Milliarden Euro an Engie aus. Dabei handelt es sich um Reserven und Emissionsprämien, die noch in den verkauften Strukturen enthalten waren. Hinzu kommt eine bereits angekündigte Dividende für das Geschäftsjahr 2024 in Höhe von 6,2 Milliarden Euro, die nun ausgezahlt werden soll. Nach Angaben von „L’Echo“ und „De Tijd“ handelt es sich damit um die größte Gewinnausschüttung, die jemals von einem Unternehmen aus Belgien vorgenommen wurde.
Bei Electrabel verbleiben weiterhin die belgischen Kernkraftwerke sowie sämtliche Aktivitäten im Land selbst. Dazu zählen unter anderem Batteriespeicher, erneuerbare Energien, Gaskraftwerke und die Energieversorgung. Auch Beteiligungen an europäischen Energieanlagen bleiben in belgischer Hand. (belga/calü)

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