„KI-Einheitsbrei“ bei Bewerbungen: Firmen fällt Auswahl schwerer

<p>Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in Bewerbungsprozesse. Viele Arbeitgeber beklagen jedoch, dass KI-generierte Anschreiben und Lebensläufe echte Motivation und Persönlichkeit der Kandidaten schwerer erkennbar machen.</p>
Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in Bewerbungsprozesse. Viele Arbeitgeber beklagen jedoch, dass KI-generierte Anschreiben und Lebensläufe echte Motivation und Persönlichkeit der Kandidaten schwerer erkennbar machen. | Foto: picture alliance/dpa

Für die Studie wurden 250 Arbeitgeber zu ihren Erfahrungen mit künstlicher Intelligenz im Bewerbungsprozess befragt. Fast die Hälfte der Unternehmen gab an, dass es schwieriger geworden sei, die Aufrichtigkeit und die tatsächliche Motivation von Bewerbern einzuschätzen.

Nach Einschätzung von Partena verändert KI die Welt der Personalrekrutierung derzeit grundlegend. „Das Problem ist nicht, dass Kandidaten KI nutzen“, erklärt Jonas Pollet von Partena Professional. „Das Problem ist vielmehr, dass Bewerbungen sich immer stärker ähneln.“

Personalverantwortliche müssten inzwischen oft erst eine Schicht aus „allgemeinen Standardtexten“ durchdringen, um herauszufinden, wer wirklich zum Unternehmen passe und echtes Interesse an der Stelle habe. Dadurch werde es deutlich schwieriger, die richtige Person auszuwählen.

Hinzu kommt laut der Umfrage, dass der Einsatz von KI den gesamten Bewerbungsprozess eher verlängert als vereinfacht. Mehr als drei von zehn befragten Arbeitgebern berichteten von zusätzlicher Arbeitsbelastung. Einerseits würden sich insgesamt mehr Menschen auf offene Stellen bewerben, andererseits dauere es länger, geeignete Kandidaten aus der Masse an KI-gestützten Bewerbungen herauszufiltern.

Auch viele Bewerber selbst sehen die Entwicklung skeptisch. Vier von zehn Kandidaten gehen laut Partena davon aus, dass KI Bewerbungsverfahren künftig sogar langsamer machen wird. Nur etwa jeder Achte glaubt zudem, dass KI am Ende tatsächlich dazu führt, dass Menschen besser zu einer Stelle passen.

Partena empfiehlt Unternehmen deshalb, ihre Auswahlverfahren anzupassen. Statt sich zu stark auf schriftliche Bewerbungen zu verlassen, sollten Recruiter stärker auf konkrete Beispiele und persönliche Gespräche setzen.

Arbeitsökonom Stijn Baert rät dazu, Kandidaten gezielt nach Situationen aus ihrem Berufs- oder Studienalltag zu fragen. „Lassen Sie Bewerber mündlich erklären, woran man in früheren Jobs oder im Studium konkret erkennen konnte, dass sie motivierte Personen sind“, so der Professor. (belga/calü)

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