Die Labour-Partei, die er einst zu drei Wahlsiegen geführt hatte, spiele „mit dem Feuer – oder genauer gesagt mit ihrer Zukunft und der des Landes“, schrieb der 73-Jährige in einem Essay mit 5.700 Wörtern. Zugleich warnte er aber davor, Regierungschef Keir Starmer vorschnell zum Rücktritt zu drängen.
Das Hauptproblem der Regierung sei nicht Starmers Persönlichkeit, schrieb Blair, der von 1997 bis 2007 im Amt war. Es liege daran, dass „wir keinen ausgearbeiteten, kohärenten Plan für das Land in einer sich schnell verändernden Welt haben und uns politisch in der falschen Position befinden, um einen solchen Plan zu entwickeln und eine zweite Amtszeit zu gewinnen“. Blair legte einen Zehn-Punkte-Plan vor, mit dem es seiner Meinung nach besser gehen würde.
Starmer steht seit Monaten stark in der Kritik, immer wieder war - auch aus den eigenen Reihen - ein Rücktritt gefordert worden. Zuletzt musste Labour bei den Kommunal- und Regionalparlamentswahlen herbe Verluste zugunsten der rechtspopulistischen Partei Reform UK hinnehmen. Als beschlossen gilt, dass Starmer parteiintern in eine Wahl um den Parteivorsitz gezwungen werden wird.
Blair warnte davor, dass ein Führungswechsel „irrelevant“ sei, wenn er nicht mit einer politischen Grundsatzdebatte einherginge. Als Herausforderer von Starmer gelten Andy Burnham, der dafür aber zunächst die Nachwahl in Makerfield gewinnen muss, und der frühere Gesundheitsminister Wes Streeting. (dpa/calü)

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