Sparmaßnahmen in Brüssel: STIB darf niemanden mehr einstellen

<p>Die Brüsseler Verkehrsgesellschaft STIB hat einen umfassenden Einstellungsstopp verhängt.</p>
Die Brüsseler Verkehrsgesellschaft STIB hat einen umfassenden Einstellungsstopp verhängt. | Foto: belga

Bereits 2025 galt bei der STIB ein Einstellungsstopp – allerdings nur für nicht-operatives Personal. Fahrer oder Techniker konnten damals weiterhin eingestellt werden. Ab 2026 wird der Einstellungsstopp nun auf sämtliche Beschäftigte ausgeweitet. Selbst natürliche Abgänge wie Pensionierungen, Krankheitsfälle oder Mitarbeiterwechsel sollen nicht mehr ersetzt werden.

Trotzdem muss die STIB ihr Angebot weiterhin aufrechterhalten und gleich viele Busse, Straßenbahnen und Metros auf die Strecke schicken wie bisher. „Im Moment funktioniert das noch, aber wir werden sehen, wie sich die Situation weiterentwickelt“, erklärt Sprecher Laurent Vermeersch.

Mit rund 10.000 Beschäftigten ist die STIB der größte Arbeitgeber der Region Brüssel-Hauptstadt. Vor dem Einstellungsstopp hatte das Unternehmen in manchen Jahren mehrere Hundert neue Mitarbeiter pro Jahr eingestellt.

Aus dem Jahresbericht geht außerdem hervor, dass die STIB 2025 weniger Fahrgäste befördert hat. Die Zahl der Fahrten mit Bus, Tram und Metro sank um 1,4 Prozent auf 396,1 Millionen. Hauptgrund dafür seien die zahlreichen Streiks gegen die Politik gewesen. Auch Baustellen und technische Störungen hätten den Betrieb beeinträchtigt.

Nach Angaben des Unternehmens zeigt sich allerdings ein anderes Bild, wenn die Auswirkungen der Streiks herausgerechnet werden. Dann sei die Zahl der Fahrgäste sogar gestiegen, betont Sprecher Vermeersch. So nahm die Zahl der Fahrten an einem durchschnittlichen Werktag um 1,5 Prozent auf fast 1,4 Millionen pro Tag zu. An Wochenenden transportiert die STIB inzwischen sogar mehr Menschen als noch vor der Corona-Pandemie.

Zugleich steigen die Einnahmen des Unternehmens weiter an. 2025 nahm die STIB durch Ticket- und Aboverkäufe rund 240 Millionen Euro ein – nach 226 Millionen Euro im Vorjahr. Dadurch verbesserte sich auch der sogenannte Kostendeckungsgrad auf nahezu 30 Prozent. Das bedeutet, dass inzwischen fast ein Drittel der Betriebskosten durch eigene Einnahmen gedeckt wird, etwa durch Fahrscheine, Werbung oder Einsparungen. (belga/calü)

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