Sozialwohnungsaffäre in Anderlecht: Mostefa sucht Anhörung – Druck auf PS wächst

<p>Lotfi Mostefa (l.), Präsident der Wohnungsbaugesellschaft „Foyer anderlechtois“ und Wohnungsbauschöffe in Anderlecht, überreicht Pascal Mabunga die erstmals vergebene Auszeichnung „Held des Foyer anderlechtois“ für dessen Einsatz bei einem Brand im Viertel Peterbos.</p>
Lotfi Mostefa (l.), Präsident der Wohnungsbaugesellschaft „Foyer anderlechtois“ und Wohnungsbauschöffe in Anderlecht, überreicht Pascal Mabunga die erstmals vergebene Auszeichnung „Held des Foyer anderlechtois“ für dessen Einsatz bei einem Brand im Viertel Peterbos. | Archivfoto: belga

Er beantragte, bereits kommende Woche vor der Wohnungsbaukommission des Brüsseler Regionalparlaments angehört zu werden. Dort wolle er die Arbeitsweise der Gesellschaft und die Vergabeverfahren erläutern.

Auslöser der Krise ist eine Recherche der VRT-Sendung „Pano“, die Lotfi Mostefa vorwirft, persönlich Einfluss auf die Vergabe von Sozialwohnungen genommen zu haben. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft leitete daraufhin ein gerichtliches Informationsverfahren ein. Mostefa räumte ein, die aufgeworfenen Fragen seien wichtig, forderte aber eine Behandlung in einem „institutionellen, seriösen und kontradiktorischen Rahmen“. Politisch wächst der Druck: Mit Ausnahme der PS unterstützen inzwischen die meisten Parteien im Brüsseler Regionalparlament die Forderung nach einer parlamentarischen Untersuchungskommission. Entsprechende Anträge sollen am 1. Juni beraten werden. Während die PS eine Anhörung Mostefas zunächst abwarten will, verlangen andere Parteien teils weitergehende Konsequenzen – bis hin zu seiner Suspendierung. Zusätzliche Brisanz erhielt die Affäre durch Aussagen der Brüsseler Staatssekretärin für Wohnungsbau, Karine Lalieux (PS). Sie verwies zwar auf die Unschuldsvermutung, bestätigte jedoch Führungs- und Verwaltungsprobleme bei der Gesellschaft. Ein externes Audit hatte bereits im Februar 2025 Mängel bei internen Abläufen und Kontrollen festgestellt. Die regionale Wohnungsbaugesellschaft SLRB wurde inzwischen beauftragt, Ausnahmeregelungen bei Wohnungsvergaben der Jahre 2024 und 2025 sowie eingegangene Beschwerden zu überprüfen. Geplant sind zudem Reformmaßnahmen und die Einsetzung eines Change-Managers. Die Opposition sieht darin bislang keine ausreichende Antwort und warnt vor einem Vertrauensverlust im sozialen Wohnungswesen. Die Gesellschaft „Foyer anderlechtois“ verwaltet rund 3.800 Sozialwohnungen und beschäftigt 142 Mitarbeiter. (belga/sc)

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