Tim Rex übernahm am Berg lange die Tempoarbeit für seinen Kapitän Jonas Vingegaard und fuhr sich dabei sichtbar an die Grenze. Der Ostbelgier stellte sich kompromisslos in den Dienst seines Teams Visma–Lease a Bike. Die Bilder gingen viral: verzerrtes Gesicht, jeder Tritt eine Qual, aber immer weiter.
Nach dem Ziel schilderte er offen, wie extrem der Einsatz war: Er habe bereits Sterne gesehen und irgendwann kaum noch etwas von der Straße wahrgenommen, sagte er im Gespräch mit dem flämischen Rundfunk VRT. Eigentlich sei er schon leer gewesen, dann sei aus dem Team die Anweisung gekommen, weiterzufahren. Das habe er gemacht, sagte Tim Rex. Auch Teamkollege Victor Campenaerts zeigte sich beeindruckt. Intern habe man sich erst an diese Art zu fahren gewöhnen müssen, sagte er sinngemäß: Bei Tim Rex sehe es oft so aus, als sei gleich Schluss. Aber dann könne er doch noch eine halbe Stunde auf diesem Niveau weiterfahren. Sportlich hat sich die Arbeit gelohnt: Vingegaard gewann die schwere Alpenetappe nach Pila, übernahm das Rosa Trikot und verschaffte sich vor der Schlusswoche eine ausgezeichnete Ausgangslage im Kampf um den Gesamtsieg.
Am Sonntag wartet die 15. Giro-Etappe nach Mailand. Nach den extremen Belastungen im Aostatal dürfte für die Klassementfahrer eher Durchatmen angesagt sein, während die Sprinter ihre Chance suchen. Für Tim Rex und seine Teamkollegen bedeutet das aber keineswegs einen Ruhetag: Das Rosa Trikot bringt Verantwortung mit sich. Das Team wird das Rennen kontrollieren müssen, aufmerksam bleiben und Vingegaard möglichst ohne Zeitverlust in den Ruhetag bringen. (sc)

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