Das teilten die Gewerkschaften mit. Die Unternehmensleitung hatte im März ihre Absicht angekündigt, im Zuge einer Vereinfachung der Logistikorganisation (81 Beschäftigte) und des Abbaus der Wochenendschicht (330 Beschäftigte) insgesamt 411 Mitarbeiter im Rahmen eines kollektiven Stellenabbaus zu entlassen. Daraufhin wurde die Informations- und Konsultationsphase nach dem Renault-Gesetz eingeleitet.
Am 29. April wurde zusätzlich angekündigt, dass weitere 325 Stellen in den Wochenschichten betroffen sein würden. Insgesamt standen damit 736 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Nach Gesprächen während der Informations- und Konsultationsphase im Betriebsrat gelang es den Gewerkschaften nach eigenen Angaben, die maximale Zahl der betriebsbedingten Entlassungen auf 371 zu begrenzen. „Die anschließenden Verhandlungen über einen Sozialplan verliefen jedoch schwierig“, sagte Marieke Van Gils von der sozialistischen Gewerkschaft BBTK. Am 12. Mai legten die Beschäftigten für 24 Stunden die Arbeit nieder, um den Druck auf die Verhandlungen zu erhöhen und zusätzliche finanzielle Mittel zu fordern. „Nach diesem Streik haben wir die Verhandlungen wieder aufgenommen, und Anfang dieser Woche erzielten Gewerkschaften und Unternehmensleitung eine Einigung. Der Sozialplan sieht zusätzliche Abfindungen bei betriebsbedingter Entlassung vor. Zudem wird in den kommenden zwei Wochen ein freiwilliges Austrittsprogramm angeboten, wodurch die Zahl der Entlassungen noch weiter sinken könnte“, betonte Van Gils. Von Donnerstagnachmittag bis Samstagnachmittag wurden die knapp 5.000 Beschäftigten über das Sozialabkommen informiert; außerdem wurde eine Abstimmung organisiert. Das Abkommen wurde am Samstag mit großer Mehrheit angenommen. Die Entlassungen treten am 30. Juni in Kraft.
Die flämische Arbeitsministerin Zuhal Demir (N-VA) betonte am Samstagnachmittag, dass der Arbeitsvermittlungsdienst VDAB „bereitsteht und alles daran setzen wird, die Beschäftigten so schnell wie möglich bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle zu unterstützen“. Demir weiter: „In den vergangenen Wochen gab es bereits enge Kontakte mit der Personalabteilung von Nike.“ Die Ministerin habe dem VDAB außerdem den Auftrag erteilt, vor Ort präsent zu sein, hieß es. (belga/sc)

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