Minutenlange Ovationen für Lukas Dhonts „Coward“ in Cannes

<p>Regisseur Lukas Dhont wurde nach der Premiere seines Films „Coward“ beim Festival von Cannes minutenlang gefeiert.</p>
Regisseur Lukas Dhont wurde nach der Premiere seines Films „Coward“ beim Festival von Cannes minutenlang gefeiert. | Foto: belga

Sichtlich bewegt sprach Dhont vor dem Publikum über Liebe, Kunst und Krieg. Kunst sei für ihn stets ein Weg gewesen, der Realität zu entkommen und neue Kraft zu schöpfen, erklärte der Filmemacher. Besonders inspiriert habe ihn die Vorstellung junger Männer in Zeiten von Gewalt und Zerstörung, die in Musik, Tanz oder Liebe einen Ausweg suchten.

„Coward“ sei eine Hommage an Menschen, die zu Gewalt gezwungen worden seien und dennoch durch Kunst und Menschlichkeit Hoffnung gefunden hätten, sagte Dhont weiter. Zugleich zeigte er sich optimistisch mit Blick auf die junge Generation, die ihm gezeigt habe, dass Männlichkeit auch Zärtlichkeit bedeuten könne.

Unter Tränen widmete der Regisseur die Vorführung der verstorbenen Schauspielerin Emilie Dequenne. Sie war im März 2025 an Krebs gestorben und hatte bereits in Dhonts preisgekröntem Film „Close“ mitgespielt.

Mit „Coward“ präsentiert Lukas Dhont seinen zweiten Film im Wettbewerb von Cannes. Das Drama spielt an der belgischen Front während des Ersten Weltkriegs.

Die Handlung führt ins Jahr 1916: Der junge Pierre stößt voller Ehrgeiz zu den Truppen, während Francis innerhalb der Versorgungseinheit Aufführungen organisiert, um die Moral der Soldaten aufrechtzuerhalten. Inmitten der Kämpfe versuchen beide, der Brutalität des Krieges zu entkommen.

Die Hauptrollen übernehmen die jungen Schauspieler Emmanuel Macchia und Valentin Campagne.

Lukas Dhont zählt inzwischen zu den bekanntesten belgischen Regisseuren seiner Generation. Internationale Aufmerksamkeit erhielt er 2018 mit seinem Debütfilm „Girl“, der in Cannes mehrfach ausgezeichnet wurde. Sein zweiter Film „Close“ gewann 2022 den Großen Preis der Jury. (belga/rt)

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