Im Mittelpunkt standen die künftige EU-Jugendstrategie, psychische Gesundheit im Sport sowie die Rolle von Bewegung für sozialen Zusammenhalt und gesundes Altern. Beim EU-Jugendministerrat diskutierten die Mitgliedstaaten über die Ausrichtung der europäischen Jugendstrategie nach 2027.
Gregor Freches stellte dabei die Arbeitsweise der DG im Jugendbereich vor. Grundlage sei ein wissenschaftlich fundierter Jugendbericht, der gemeinsam mit dem Jugendsektor erarbeitet werde und die Lebensrealität junger Menschen erfassen solle. Die Ergebnisse fließen in den nächsten Jugendstrategieplan ein. „Jugendpolitik funktioniert nur dann, wenn junge Menschen nicht bloß angehört werden, sondern ihre Perspektiven politische Entscheidungen tatsächlich beeinflussen“, erklärte Freches. Er sprach sich zudem für eine stärker faktenbasierte und ressortübergreifende Jugendpolitik aus. Die nächste EU-Jugendstrategie müsse jungen Menschen „echten Einfluss“ ermöglichen und nachvollziehbar machen, wie ihre Beteiligung konkrete Auswirkungen auf politische Entscheidungen habe.

Beim EU-Sportministerrat stand die psychische Gesundheit im Sport im Fokus. Laut Freches betrifft das Thema inzwischen alle Ebenen – vom Breitensport bis zum Spitzensport. „Sport steht für Leistung, Gemeinschaft und Inspiration. Doch Sport kann auch Druck erzeugen“, sagte der Minister. Frühe Spezialisierung, hoher Leistungsdruck, Verletzungen oder unsichere Rahmenbedingungen hätten direkte Auswirkungen auf die mentale Gesundheit von Sportlerinnen und Sportlern. Belgien forderte deshalb einen Kulturwandel im Umgang mit psychischer Gesundheit im Sport. Mentale Gesundheit müsse als gleichwertiger Bestandteil moderner Sportpolitik verstanden werden. „Mentale Probleme sind kein Zeichen von Schwäche, psychisches Wohlbefinden ist Voraussetzung für langfristige Leistung und Engagement“, betonte Freches. Die europäischen Sportminister verabschiedeten außerdem Ratsschlussfolgerungen zum nachhaltigen Sporttourismus. Dabei ging es um die Verbindung von Sportveranstaltungen, touristischer Infrastruktur und klimafreundlicher Mobilität. Laut Mitteilung misst die DG diesem Thema besondere Bedeutung bei und setzt seit Jahren auf die Verbindung von Natur, Bewegung und Tourismus – etwa im Rad-, Wander- und Outdoorbereich sowie bei grenzüberschreitenden Projekten in der Eifel- und Euregio. „Sporttourismus bietet gerade ländlichen Regionen große Chancen. Er verbindet Bewegung, Gesundheit, regionale Entwicklung und nachhaltigen Tourismus. Für Ostbelgien ist das ein strategisches Zukunftsthema“, so Freches. Der Minister sprach sich zudem für eine stärkere europäische Zusammenarbeit aus, etwa beim Austausch bewährter Praktiken und bei der besseren Verknüpfung von Sport-, Gesundheits- und Bildungspolitik.
Neben den formellen Sitzungen nahm Freches auch an einem informellen Austausch der Sportminister über aktives und gesundes Altern durch Bewegung teil. Thema waren unter anderem niedrigschwellige Sportangebote für ältere Menschen sowie generationenübergreifende Bewegungsangebote zur Förderung des sozialen Zusammenhalts. (red/sc)

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