Steuerreform soll Arbeiten deutlich attraktiver machen – Abstand zu Sozialleistungen steigt bis 2030 auf über 500 Euro

<p>Minister Jan Jambon</p>
Minister Jan Jambon | Foto: belga

Der föderale Finanzminister Jan Jambon (N-VA) spricht von einem klaren Ergebnis: „Wer arbeitet, hat spürbar mehr netto übrig.“ Die Reform gilt als eines der zentralen Projekte der sogenannten Arizona-Koalition unter Premierminister Bart De Wever (N-VA).

De Wever hatte bereits im vergangenen Herbst angekündigt, dass Beschäftigte durch die Reform jährlich rund 1.000 Euro netto zusätzlich erhalten sollen. Ziel des Koalitionsabkommens war es außerdem, den finanziellen Abstand zwischen Erwerbstätigkeit und Nicht-Arbeit auf mindestens 500 Euro monatlich zu erhöhen. Die nun veröffentlichten Berechnungen wurden vom Kabinett Jambon gemeinsam mit dem föderalen Finanzministerium erstellt. Dabei wird betont, dass die tatsächlichen Auswirkungen stark von Familienstand, Einkommen und Haushaltszusammensetzung abhängen. Inflation und Indexanpassungen wurden in den Berechnungen nicht berücksichtigt. Den Simulationen zufolge steigt für alleinstehende Personen ohne Kinder der Unterschied zwischen einem Mindestlohn und langfristiger Arbeitslosigkeit von derzeit 562 Euro auf 791 Euro pro Monat. Im Vergleich zum Sozialhilfebezug (Eingliederungseinkommen) erhöht sich der Abstand sogar auf 834 Euro monatlich. Für Alleinerziehende mit einem Kind wächst die Differenz zwischen Mindestlohn und Langzeitarbeitslosigkeit von 373 Euro auf 644 Euro pro Monat. Gleichzeitig soll Erwerbsarbeit insgesamt attraktiver werden. Laut Jambon kann eine alleinstehende Person mit Mindestlohn bis 2030 mit fast 150 Euro netto mehr pro Monat rechnen.

Besonders stark profitieren sollen niedrige und untere mittlere Einkommen. Vollzeitbeschäftigte Alleinstehende mit einem Bruttolohn von bis zu 2.800 Euro erhalten laut den Berechnungen durchschnittlich rund 126 Euro netto mehr pro Monat. Im Durchschnitt aller Einkommensklassen liegt der Zugewinn bei knapp 96 Euro monatlich. Alleinstehende mit einem Kind und einem Bruttolohn bis 2.800 Euro können mit durchschnittlich 161 Euro zusätzlichem Nettoeinkommen pro Monat rechnen, bei zwei Kindern mit rund 151 Euro. Über alle Einkommensstufen hinweg ergeben sich durchschnittliche Entlastungen von 129 beziehungsweise 124 Euro monatlich. (belga/sc)

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