Belgien verzeichnet Höchststand bei Langzeitkranken

<p>Psychische Erkrankungen wie Burn-out oder Depressionen zählen weiterhin zu den häufigsten Ursachen für langfristige Arbeitsunfähigkeit in Belgien.</p>
Psychische Erkrankungen wie Burn-out oder Depressionen zählen weiterhin zu den häufigsten Ursachen für langfristige Arbeitsunfähigkeit in Belgien. | Foto: picture alliance/dpa

Das sind rund 105.000 mehr als noch vor fünf Jahren. Allerdings erklären Experten den starken Anstieg nicht allein mit einer Verschlechterung der gesundheitlichen Lage, sondern vor allem mit der Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 66 Jahre Anfang 2025.

Denn ohne diese Reform würden viele Menschen über 65 Jahren inzwischen bereits eine gesetzliche Pension beziehen und nicht mehr als langzeitkrank gelten. Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt in den Zahlen: Während 2024 noch weniger als 1.600 Personen über 65 Jahre als langzeitkrank registriert waren, lag ihre Zahl Ende 2025 bereits bei mehr als 19.000.

Insgesamt fiel der Anstieg der Langzeitkranken im vergangenen Jahr allerdings moderater aus als in früheren Jahren. Gegenüber 2024 nahm ihre Zahl um 1,6 Prozent zu. Seit 2005 lag das durchschnittliche jährliche Wachstum noch bei rund drei Prozent. Betrachtet man nur Personen unter 65 Jahren, handelt es sich sogar um den geringsten absoluten Zuwachs seit 2008.

Besonders stark betroffen bleibt die Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen. Sie macht rund zwei Drittel aller Langzeitkranken aus. Gleichzeitig wächst die Zahl der jüngeren Betroffenen inzwischen schneller als jene der älteren Arbeitnehmer.

Als häufigste Ursache für langfristige Arbeitsunfähigkeit gelten weiterhin psychische Erkrankungen wie Burn-out oder Depressionen. Vor allem Frauen und junge Menschen gelten laut den aktuellen Zahlen als besonders gefährdet. (belga/calü)

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