Demnach hat sich die 5G-Abdeckung innerhalb von Gebäuden in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Das Institut spricht sogar von einem „explosiven“ Wachstum. Marktführer Orange erreicht inzwischen fast 92 Prozent der belgischen Haushalte und liegt damit knapp vor Proximus. Auch Telenet hat stark aufgeholt: Während Ende 2023 erst 18 Prozent der Haushalte versorgt waren, sind es mittlerweile rund 90 Prozent. Im Außenbereich erreichen alle drei großen Anbieter inzwischen nahezu eine vollständige Abdeckung.
Doch eine gute Netzabdeckung bedeutet laut IBPT nicht automatisch auch eine stabile Nutzungserfahrung. Besonders in Zügen bleibt die Qualität der mobilen Verbindung oft unzureichend. Zwar konnten auf den 16 untersuchten Hauptstrecken mehr als 97 Prozent aller Telefonanrufe erfolgreich aufgebaut werden, beim mobilen Internet zeigten sich jedoch deutliche Schwächen. Die Downloadgeschwindigkeiten lagen im Durchschnitt deutlich unter jenen, die in Autos gemessen wurden, zudem kam es häufiger zu Unterbrechungen.
Besonders problematisch ist die Situation auf den Strecken Lüttich–Welkenraedt und Namur–Arlon, wo das mobile Netz laut Studie weniger stabil funktioniert.
Das IBPT hat deshalb eine eigene Untersuchung zur Mobilfunkqualität in Zügen gestartet. Dabei sollen unter anderem die technischen Eigenschaften der Waggons, die Netzabdeckung entlang der Bahnlinien sowie Lösungen aus anderen Ländern analysiert werden. Parallel arbeitet auch die SNCB an Maßnahmen, um den Empfang in den Zügen zu verbessern. Ergebnisse der Studie werden allerdings erst nach dem Sommer 2026 erwartet.
Auch der neue Anbieter Digi erfüllt laut dem Bericht inzwischen seine Ausbauverpflichtungen und erreicht bereits 34,4 Prozent der Bevölkerung.
Die föderale Ministerin für den öffentlichen Dienst, Vanessa Matz (Les Engagés), reagierte auf die Studie mit dem Hinweis, dass nicht nur die großen Bahnstrecken berücksichtigt werden dürften. „Es ist wichtig, sich nicht allein auf die Hauptachsen zu konzentrieren, sondern auch die Nebenstrecken im Blick zu behalten, wo sich der Ausbau von Mobilfunkantennen für die Betreiber wirtschaftlich oft weniger lohnt“, erklärte sie.
Gerade dort könne eine bessere Netzabdeckung die Attraktivität des Bahnverkehrs erhöhen. „Wenn Reisende während der Fahrt etwa ihre E-Mails abrufen können, verbessert das ganz konkret den Komfort“, so Matz weiter. (belga/calü)

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