Poststreik hinterlässt tiefe Spuren bei Bpost

<p>Die Arbeitsniederlegungen bei Bpost haben den belgischen Postkonzern massiv belastet: Millionen Briefe und Hunderttausende Pakete blieben liegen, der Postkonzern spricht von einem Schaden von rund 15 Millionen Euro.</p>
Die Arbeitsniederlegungen bei Bpost haben den belgischen Postkonzern massiv belastet: Millionen Briefe und Hunderttausende Pakete blieben liegen, der Postkonzern spricht von einem Schaden von rund 15 Millionen Euro. | Foto: Photo News

Wie das Unternehmen bei der Vorstellung seiner Quartalszahlen mitteilte, belastete der Konflikt das operative Ergebnis erheblich. Trotzdem sieht sich der Konzern insgesamt noch im Rahmen seiner Jahresprognosen – wenn auch eher am unteren Ende der erwarteten Gewinnspanne.

Der Streik hatte sich über rund fünf Wochen hingezogen und vor allem die Wallonie sowie Brüssel betroffen. Die Folgen waren massiv: Mehr als 16 Millionen Briefe und rund 700.000 Pakete konnten nicht rechtzeitig zugestellt werden. Zudem verlor Bpost nach eigenen Angaben etwa 3,2 Millionen Paketsendungen an konkurrierende Anbieter.

Hintergrund des Konflikts ist ein Reformprojekt der Unternehmensführung. Geplant sind unter anderem spätere Arbeitszeiten für Briefträger, um besser auf den boomenden Paketmarkt reagieren zu können. Genau dagegen wehrt sich ein Teil der Belegschaft. Die Gespräche zwischen Gewerkschaften, Management und Sozialschlichtern laufen weiterhin.

Die Zahlen zeigen gleichzeitig, wie stark sich das Geschäft verändert: Während das klassische Briefaufkommen bei Bpost im ersten Quartal um mehr als 14 Prozent zurückging, nahm die Zahl der Paketzustellungen deutlich zu. Besonders stark wächst dabei die Zustellung an Paketautomaten und Abholstationen.

Insgesamt erwirtschaftete Bnode in den ersten drei Monaten des Jahres einen Umsatz von 1,063 Milliarden Euro – ein Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch international lief das Geschäft unterschiedlich: Die Logistiksparte „Paxon“ verzeichnete einen Rückgang, insbesondere in Nordamerika. Dagegen entwickelten sich die grenzüberschreitenden Aktivitäten von Landmark Global positiv, vor allem dank steigender Sendungsmengen aus Asien und eines robusten europäischen Logistikgeschäfts.

Konzernchef Chris Peeters sprach von weiterhin schwierigen Bedingungen. Gleichzeitig sieht er den Konzern strategisch auf dem richtigen Weg. Die Transformation brauche Zeit, doch die Grundlagen würden zunehmend gestärkt. (belga/calü)

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