Bereits im Februar verlor der Betrieb acht trächtige Mutterschafe, nur wenige Wochen vor der Ablammung. Am vergangenen Wochenende folgte ein weiterer Angriff mit dramatischen Folgen: Drei Tiere waren sofort tot, eines davon nahezu vollständig gefressen. Fünf weitere wurden schwer verletzt, drei mussten später eingeschläfert werden. „Die Verletzungen waren zu schwer, die Kehlen regelrecht zerbissen“, berichtet der Schäfer Stijn Vandyck der Tageszeitung „La Meuse“.
Wirtschaftlicher und emotionaler Verlust
Mit rund 400 Mutterschafen sowie zahlreichen Lämmern, Böcken und Ziegen zählt der Betrieb zu den größeren der Region. Auch wenn die Verluste zahlenmäßig begrenzt erscheinen, wiegen sie wirtschaftlich und emotional schwer. „Für uns sind zwei Angriffe in so kurzer Zeit enorm“, so Vandyck. Dass ein Wolf in der Gegend unterwegs ist, gilt als gesichert. Ob es sich um ein einzelnes Tier oder mehrere handelt, soll durch Analysen des Netzwerks Wolf geklärt werden. Die erste Attacke wurde bereits eindeutig bestätigt, bei der zweiten steht das Ergebnis noch aus.
Um weitere Verluste zu verhindern, reagiert der Betrieb mit Sofortmaßnahmen. Neben bereits eingesetzten Herdenschutzhunden wurden zwei zusätzliche Welpen angeschafft, die jedoch erst in einigen Monaten einsatzbereit sein werden.
Übergangsweise hilft ein erfahrener Hund aus. Zudem investiert der Betrieb in elektrische Zäune, um die Weiden besser zu sichern – ein erheblicher Aufwand im Rahmen der ökologischen Weidewirtschaft. war ist bei bestätigten Wolfsangriffen eine Entschädigung vorgesehen, doch für Vandyck steht fest: „Kein Geld ersetzt die Tiere.“ (red/arco)

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