Große Razzia gegen „Hells Angels“ im Westen Deutschlands

<p>Polizisten sind bei einer Razzia in Hagen im Einsatz.</p>
Polizisten sind bei einer Razzia in Hagen im Einsatz. | Foto: Alex Talash/dpa

Mit einer großangelegten Razzia geht die Polizei im Westen Deutschlands gegen die Rockergruppe „Hells Angels“ vor. 1.200 Beamte seien in 28 Städten im Einsatz, erklärte das Innenministerium des Bundeslands Nordrhein-Westfalen. Zuvor hatte die Behörde den Verein „Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen“ verboten. Der Präsident des Ablegers wurde festgenommen, gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor.

Es handelt sich laut Ministerium um einen der größten Einsätze zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in der Geschichte Deutschlands. Demnach werden seit den frühen Morgenstunden mehr als 50 Objekte durchsucht. Auch Spezialeinsatzkräfte sind im Einsatz. Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, will sich um 10 Uhr bei einem Presse-Statement im Landtag - dem Parlament des Bundeslandes - zu Details äußern.

Federführend sind die Polizei Düsseldorf und die Spezial-Staatsanwaltschaft der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS) in Nordrhein-Westfalen. Es geht bei dem Ermittlungsverfahren unter anderem um den Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie der räuberischen Erpressung.

In Langenfeld wurde laut den Ermittlern ein 46 Jahre alter Beschuldigter festgenommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um den Präsidenten der „Hells Angels“ in Leverkusen. Gegen den 46-Jährigen liegt laut ZeOS ein Haftbefehl vor.

Die Durchsuchungen in Wohnungen und Geschäftsräumen von Vereinsmitgliedern und Unterstützern begannen um 4 Uhr und dauerten zunächst an. Neben der Suche nach Beweisen geht es der Polizei bei der großangelegten Aktion auch um die Sicherung von Vermögenswerten. Bei einer früheren Razzia gegen die Rocker waren unter anderem Motorräder und Bargeld beschlagnahmt worden.

„Hells Angels“ sind größter Rocker-Club in NRW

In Nordrhein-Westfalen waren in den vergangenen Jahren bereits andere „Hells Angels“-Ableger („Chapter“) verboten worden. Wie die Zeitung „Neue Westfälische“ vor wenigen Tagen berichtete, hatten die „Hells Angels“ zuletzt 29 Chapter in dem bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland. Mit 469 Mitgliedern sei der Club zuletzt stark gewachsen - unter anderem durch Überläufer der verfeindeten „Bandidos“. Damit waren die „Hells Angels“ personell bislang die größte Rocker-Gruppe in Nordrhein-Westfalen - vor den „Freeway Riders“ mit 403 Mitgliedern in 37 Chaptern. (dpa/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment