JGV Wusel lädt zur 40. Maiennacht in Eupen ein: Der Baum bleibt, der Präsident geht

<p>Tradition mit Muskelkraft: Beim Aufstellen des Maibaums muss jeder Handgriff sitzen.</p>
Tradition mit Muskelkraft: Beim Aufstellen des Maibaums muss jeder Handgriff sitzen. | Foto: GE-Archiv

Denn für Wusel-Präsident Liam Fraussen ist es die letzte Maiennacht an der Spitze des Junggesellenvereins. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es war eine intensive, aber vor allem richtig schöne Zeit“, sagt der 30-Jährige. Mit dem 1. Mai endet seine Amtszeit. Doch ein Bruch ist das nicht: Die nächste Generation steht bereits bereit. Mit Amos Delsemmé übernimmt ein neuer Präsident, der gemeinsam mit einem jungen Vorstand frischen Wind in den Verein bringen will.

Bis dahin aber liegt der Fokus voll und ganz auf dem Fest selbst. Und das folgt dem bewährten Konzept der vergangenen Jahre. „Das Grundprinzip bleibt gleich. Das hat sich einfach bewährt“, erklärt Fraussen. Bedeutet: offenes Zelt, freier Eintritt, Live-Musik und ein Maibaum im XXL-Format, der traditionell per Muskelkraft aufgerichtet wird. „Von außen sieht das oft einfacher aus, als es ist. Aber da muss wirklich jeder Handgriff sitzen.“

<p>Vor dem Abschied: Liam Fraussen (vorne rechts) feiert seine letzte Maiennacht als Wusel-Präsident.</p>
Vor dem Abschied: Liam Fraussen (vorne rechts) feiert seine letzte Maiennacht als Wusel-Präsident. | Foto: privat

Bevor es soweit ist, ziehen die Wusel mit dem über 250 Kilogramm schweren Baum, begleitet von der Königlichen Harmonie Eupen, durch die Eupener Innenstadt. Start ist um 18 Uhr am Bushof, gegen 18.30 Uhr erreicht der Tross den Werthplatz. Dort beginnt das eigentliche Spektakel, das wie gewohnt von Wusel-Urgestein Fritz Haselbach koordiniert wird. „Fritz kennt den Ablauf in- und auswendig. Ohne ihn würde das so nicht funktionieren“, so Fraussen.

Am Werthplatz angekommen, heißt es dann: stemmen, sichern, feiern. Rund 20 Meter misst der Baum, der zuvor in den Vereinsfarben Rot und Weiß gestrichen wurde – ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt und Tradition. Unterstützt werden die aktiven Wusel dabei auch in diesem Jahr von zahlreichen Ehemaligen. „Ohne die Hilfe der Ex-Wusel wäre das alles gar nicht machbar“, betont Fraussen.

Auch beim Getränkeangebot bleibt man sich treu und setzt bewusst ein Zeichen für die Weserstadt. Ausgeschenkt wird weiterhin Eupener Bier. „Uns war wichtig, beim Eupener Bier zu bleiben, auch wenn es etwas teurer ist. Damit setzen wir ein Zeichen für den Erhalt des Bieres“, erklärt Fraussen. Für die Besucher bleibt es dennoch erschwinglich: Ein Bier kostet 2,50 Euro. Ergänzt wird das Angebot in diesem Jahr unter anderem durch Aperol Spritz – passend zur Frühlingsstimmung.

Und die dürfte sich auf dem Werthplatz auch unabhängig vom Wetter einstellen: Mit dem großen Zelt ist die Maiennacht für jede Witterung gerüstet. Gleichzeitig sorgt das Rahmenprogramm dafür, dass die Stimmung bis in den Abend hinein trägt. Musikalisch übernimmt gegen 20.30 Uhr die ostbelgische Partyband Coverclub und lädt zum Tanzen ein.

Trotz aller Feierlaune blickt Fraussen auch auf die Herausforderungen hinter den Kulissen. „Ohne Sponsoren wäre das Ganze heute gar nicht mehr denkbar“, sagt er und richtet gleichzeitig einen ausdrücklichen Dank an die Unterstützer, die in diesem Jahr die Maiennacht einmal mehr überhaupt möglich machen.

Der Verein selbst hat sich zuletzt wieder stabilisiert. Mit knapp 20 aktiven Mitgliedern und vielen jungen Gesichtern sieht sich der JGV Wusel gut aufgestellt. „Der Verein lebt wieder und es ist genau der richtige Moment, die Verantwortung weiterzugeben“, so Fraussen.

Für ihn persönlich wird die Nacht gleich doppelt besonders: Denn pünktlich zur Maiennacht feiert er auch seinen 31. Geburtstag. „Da wird auf jeden Fall noch einmal richtig gefeiert“, sagt er und lacht. Viel passender kann ein Abschied kaum ausfallen.

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